Freizeit : Schmutziger Sport im Museum

Michael Behrendt auf dem Wattschlitten mit Torsten Lange, Elke-Heidrun Schmidt-Wessel und Silke Eikermann-Moseberg.
Michael Behrendt auf dem Wattschlitten mit Torsten Lange, Elke-Heidrun Schmidt-Wessel und Silke Eikermann-Moseberg.

Zehn Jahre Wettkampf im Elbeschlick: „Die Wattolümpiade gehört in die Stadtgalerie“, findet Galerieleiterin Silke Eikermann-Moseberg.

shz.de von
29. Juni 2014, 16:52 Uhr

Als Ende der 70er Jahre die erste Wattolümpiade im Elbschlick vor Soesmenhusen stattfand, dachte noch keiner der Organisatoren und Akteure an einen sozialen Zweck oder das überhaupt Spuren bleiben. Im Jahr 2003 hatte dann Jens Rusch, Wattpsychologe der ersten Stunde, die Idee, die olümpischen Wattspiele neu aufleben zu lassen. Die 1. Wattolümpiade der Neuzeit fand 2004 statt, mittlerweile ein Spektakel, das unter dem Motto „Schmutziger Sport für eine saubere Sache“ für Furore sorgt. Nun hängen die schönsten Impressionen der Matsch-Veranstaltung in der Brunsbüttler Stadtgalerie.

Die 10. Wattolümpiade am 6. Juli wird als Jubiläum gefeiert. Noch nie haben sich so viele Mannschaften angemeldet, noch nie waren die Startplätze so schnell ausgebucht und es ist ein Weltrekordversuch geplant. Anlass genug, zehn Jahre Wattolümpische Spiele als Fotoausstellung im Elbeforum Revue passieren zu lassen.

„Wir haben unsere Stamm-Fotografen angesprochen und um eine Auswahl ihrer Bilder gebeten“, erzählt der Präsident des Wattvereins Michael Behrendt. Aus einer Kooperation von Stadtmanagement, Stadtgalerie und Wattikan hat sich ein Team gebildet, das aus über 1000 Aufnahmen eine Auswahl treffen musste.

„Die Wattolümpiade ist Teil von Brunsbüttel und gehört in die Stadtgalerie“, freut sich Galerieleiterin Silke Eikermann-Moseberg über die Ausstellung. Auch das Stadtmanagement hat sich sofort mit eingebracht und Kontakte nach Prag geknüpft, wo Teile der Ausstellung, nach einer Station im Landeshaus Kiel, in einem Museum ausgestellt werden sollen. „Aus unserer Partnerstadt Horni Povernice nimmt regelmäßig eine Mannschaft an den Spielen teil“, sagt Torsten Lange. Für den Stadtmanager ist die Beteiligung eine Wertschätzung gegenüber den Machern der Wattolümpiade und dem Ehrenamt. Die Wattolümpiade wird zugunsten der Deutschen Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein veranstaltet, die so bereits mit insgesamt 200 000 Euro unterstützt werden konnte. Am morgigen Sonntag, 29. Juni, wird um 15 Uhr unter Anwesenheit der Fotografen die Ausstellung „In watto veritas“ schmutzige Bilder für eine saubere Sache präsentieren. Laudatoren sind der ehemalige Landtagspräsident und Schirmherr Torsten Geerdts, Dr. Elke-Heidrun Schmidt-Wessel als Leiterin der Volkshochschule und Jens Rusch. Gezeigt werden Bilder aus den Anfängen bis heute sowie Exponate „an denen viel Herzblut hängt.“


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