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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 06:51 Uhr

Kirche : Schmuckes Gotteshaus zu verkaufen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Neuapostolische Kirche verkauft Kirchengebäude im Lübschen Recht in Glückstadt. Gemeinde hat mit anderen Gemeinden fusioniert.

Steht ein Kirchengebäude zum Verkauf, ist das sicher kein alltäglicher Vorgang. In Glückstadt bietet jetzt die Neuapostolische Kirche ihr Grundstück samt ehemaligem Gotteshaus an der Kreuzung Herzhorner Straße/Im Lübschen Recht an. „Wir beschreiten diesen Weg als Folge der demografischen Entwicklung unserer Gemeinde in dieser Stadt“, begründet Björn Renz, Pressesprecher der Neuapostolischen Kirche in Norddeutschland (NAK), den Schritt.

Denn seit die Glückstädter Gemeinde der Glaubensgemeinschaft vor etwa einem Jahr mit Elmshorn und Horst fusionierte, ist auch eine Nutzung des Kirchengebäudes nicht mehr gegeben. Außerdem würde die ehrenamtliche Pflege zum Erhalt von Grundstück und Gebäude eine hohe Belastung für die Gemeindeglieder darstellen.

„Die Arbeit haben wir natürlich immer gerne auf uns genommen. Aber jetzt geht es nicht mehr und es würde ja auch keinen Sinn machen,“ sagt dazu Dietmar Frontzek. Er war lange Jahre als Hirte und Vorsteher für die Kirchengemeinde in Glückstadt verantwortlich.

90 Jahre bildeten die neuapostolischen Christen eine eigenständige Gemeinschaft in der Elbestadt. 1972 feierten sie die Einweihung ihres Gotteshauses. An die Öffentlichkeit trat die Gemeinde auch mit der Teilnahme am Glückstädter Kulturmärz. Doch die demografische Entwicklung machte – wie in allen Konfessionen – auch nicht vor der neuapostolischen Kirche Halt. Der Nachwuchs blieb aus. „2013 bestand die Gemeinschaft nur noch aus 67 Mitgliedern“, berichtet Dietmar Frontzek. Zu wenige, um die Eigenständigkeit zu wahren. So kam es schließlich zum Zusammenschluss der Glückstädter mit den Gemeinden aus Elmshorn und Horst mit dem Hauptsitz in Elmshorn.
Aus genannten Gründen hat sich die Hamburger Verwaltung der neuapostolischen Kirche zum Verkauf des Glückstädter Kirchenhauses entschlossen. Über einen Hamburger Makler können Interessierte Angebote für das attraktive, verkehrsgünstig gelegene Gebäude samt Parkplätzen und Gartenanlage abgeben. Bedingungen an einen Verkauf des Kirchenhauses sind von Seiten des Anbieters nicht geknüpft. „Jeder Interessent ist uns willkommen; ausgenommen ist allerdings die reine Vergnügungsgastronomie. Am liebsten würden wir eine soziale Einrichtung in den Räumen sehen“, erläutert dazu Björn Renz.

Denn eine gewisse Pietät würde sich die Kirchenverwaltung in der folgenden Nutzung vom Käufer wünschen. Denkbar wären aus dem Grunde auch Praxisräume, ein Trauerhaus oder ähnliches. So hat sich in der ehemaligen, mittlerweile auch verkauften Horster NAK-Immobilie, eine Physiopraxis niedergelassen. „Schade“, sagt Dietmar Frontzek zum Verkauf der Glückstädter Kirche, „damit geht hier auch eine Ära zu Ende.“

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