Glückstädter Matjeswochen : Schmucke Schiffe zu Gast im Hafen

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Gäste können den Salondampfer Alexandra und den Ewer Frieda besichtigen. Mitfahren ist möglich.

shz.de von
12. Juni 2014, 11:45 Uhr

Die diesjährige Matjeswoche bietet Besuchern nicht nur kulinarisch viele Leckerbissen. Auch Liebhaber historischer Schiffe kommen bei der Open-Ship-Meile am 14. und 15. Juni im Binnenhafen auf ihre Kosten. Neben den in der Elbestadt beheimateten Traditionsschiffen Zollkreuzer Rigmor und Schlepper Flensburg stehen zwei weitere maritime Schönheiten zur Besichtigung bereit: Aus Flensburg reist der Salondampfer Alexandra an und aus Hamburg kommt der Ewer Frieda zu Besuch.

Die Alexandra, von den Flensburgern liebevoll Alex genannt, gilt als Deutschlands letztes seegehendes Passierdampfschiff. Sie wurde 1908 in Hamburg-Finkenwerder auf Kiel gelegt und, nach der Taufe durch Prinzessin Alexandra zu Schleswig-Holstein-Glücksburg, im selben Jahr in Flensburg in Dienst gestellt. Viele Jahre dampfte sie als Fahrgastschiff im Liniendienst über die Flensburger Förde. Dabei erwarb sich die Alexandra schnell den Ruf der schönste Dampfer der Förde sein. Nicht nur die schmucken Linien beeindruckten, auch war das knapp 37 Meter lange Schiff, das 150 Fahrgästen Platz bietet, im Inneren wesentlich komfortabler und eleganter ausgestattet als andere Fördedampfer, die als kombinierte Fracht- und Passagierschiffe konzipiert waren. Nicht zuletzt deshalb diente die Alex bei den olympischen Spielen 1936 und 1972 als Begleitschiff der Segelwettbewerbe.

Bis 1975 war der Dampfer im regulären Linienbetrieb im Dienst, bevor er aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt wurde und für die nächsten elf Jahre in einen Dornröschenschlaf fiel und dabei langsam verfiel. Ein 1986 gegründeter Verein machte es sich zur Aufgabe, das Traditionsschiff liebevoll zu restaurieren und erneut auf See zu bringen. Heute ist das Schmuckstück ein maritimes Wahrzeichen der Fördestadt und fester Bestandteil des historischen Hafens Flensburgs.

Ein arbeitsreiches Schiffsleben hat auch der Ewer Frieda hinter sich, der statt Fahrgästen allerdings Fracht transportierte. Für die Frieda ist die Reise nach Glückstadt fast eine Heimkehr, denn sie wurde 1909 in Wewelsfleth gebaut. Zuerst als Segler konzipiert, lief der Ewer später nach Umbauten als reines Motorschiff ohne Mast und die typischen Seitenschwerter. Bis 1958 wurde mit dem Schiff Getreide, Kunstdünger, Zement und viele andere Güter überwiegend auf Elbe, Weser und Ostsee gefahren, bevor es wegen Unrentabilität aufgelegt wurde.

Im Jahre 1959 kaufte eine Hamburger Mineralölfirma die Frieda und führte mit ihr Versorgungsdienste für Schiffe im Hamburger Hafen durch. 1982 wurde der Ewer dem Museumshafen Oevelgönne übereignet. In den Jahren von 1983 bis 1986 wurde das Schiff mit viel Aufwand und Arbeitseinsatz von Grund auf restauriert und nach alten Plänen wieder aufgeriggt. Seitdem segelt die Frieda auf Elbe, Nord- und Ostsee. In Glückstadt wird sie heute am späten Abend erwartet. Die Alexandra trifft am Freitag ein.

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