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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 03:06 Uhr

Matjeswochen : „Schmeckt nach mehr“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei ihrem ersten Anbiss als Bürgermeisterin war Manja Biel vom neuen Glückstädter Matjes begeistert.

„Der echte Norden, verdammt gut.“ Staatssekretär Frank Nägele hatte gerade den ersten Happen des neuen Glückstädter Matjes probiert. Er im schwarzen Anzug mit rotem Schlips – Albert Gosau in zünftiger Kluft der Fischer. So standen die beiden Männer vor dem Holzfass. Hunderte von Zuschauern verfolgten auf dem Marktplatz den traditionellen „Anbiss“, denn dieser ist der Auftakt zu dem viertägigen Stadtfest – den 49. Glückstädter Matjeswochen.

Während Frank Nägele als Gast aus Kiel bereits das dritte Mal die Köstlichkeit probieren durfte vor großem Publikum, war es für Manja Biel das erste Mal. Die Bürgermeisterin zögerte nicht eine Sekunde und biss herzhaft zu. „Schmeckt nach mehr“, so ihr Kommentar. Bürgervorsteher Paul Roloff hob – noch beim Kauen – den Daumen hoch. Ralf Krüger, Vorsitzender des Verkehrs- und Gewerbevereins und damit Ausrichter der Glückstädter Matjeswochen, erklärte: „Ein Gedicht.“

Und damit der Fisch im Magen auch gut schwimmt, wurde nach der Verkostung von Rathausmitarbeiterin Heike Lingnau Matjes-Aquavit gereicht.

Vorweg begeisterte der Shanty-Chor „De Molenkieker“ die Gäste mit dem traditionellen „Matjeslied“. Sie machten mit ihrem Gesang Appetit auf den Fisch „frisch aus der See“. Moderator Stefan Wolter bat das Publikum dafür um Applaus, den es auch gab. Manja Biel sagte den Besuchern zu den kommenden Tagen: „Die Vorfreude ist riesig. Genießen Sie den Matjes und das Fest.“ Bürgervorsteher Paul Rollof merkte an: „In Frankreich rollt der Fußball und hier das Matjesfass.“ Ralf Krüger forderte auch zu einem großen Applaus auf: Für die Tourismus-Chefin Sandra Kirbis und ihr Team – sie haben das Fest organisiert.

Mit Frank Nägele scherzte Moderator Stefan Wolter: „Früher hieß es in der Hitparade, wer drei Mal dabei war, darf nicht wiedergewählt werden.“ Sagte dann aber, der Gast aus Kiel dürfe jederzeit wiederkommen. Und das wird Nägele wohl auch tun, weil er bereits mehrfach zu Bahn-Angelegenheiten in die Elbestadt kam, um dazu mit unzufriedenen Glückstädter zu sprechen. Auch an diesem Tag waren Mitglieder der Bahn-Arbeitsgruppe auf dem Marktplatz, um mit Transparenten auf nicht ausreichende Zugverbindungen und den erhofften Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund hinzuweisen.

Nach dem offiziellen Teil machten sich viele Bürger über die Tabletts mit Matjes her. Die Männer und Frauen der Arbeiterwohlfahrt kamen aus dem Rathaus heraus, um die Häppchen unters Volk zu bringen. Auch das hat seit vielen Jahren Tradition. Zu diesem Zeitpunkt versammelten sich wiederum Gäste aus der Politik, Wirtschaft und dem Umland zum Matjesessen in den Ratskeller.

Auf der Bühne wurde vor viel Publikum zudem eine Spende vom Marinemusikkorps übergeben. Es war der Erlös von einem Konzert im Kulturmärz, das einen Betrag von 1460,67 Euro erbrachte. Die Spende ging an den Förderverein Fortuna-Bad Glückstadt. Stellvertretend für die Marine übergab Korvettenkapitän Mario Fink die Spende an Niels Blankschyn und Hannelore Urmersbach vom Verein. „Glückstadt war bis 2001 Heimat von über 800 Soldaten der Marinesicherung und Marineinfantrie. Wir fühlen uns immer noch verbunden“, sagte Fink. Deshalb sei die Marine froh, den ehemaligen Standort so weiter unterstützen zu können.

Die Spende kommt Kindern im Alter von fünf und sechs Jahren zugute – sie erhalten dafür jetzt im Sommer kostenlosen Schwimmunterricht. „Damit können 80 bis 100 Kinder ihr Seepferdchen machen“, freut sich Blankschyn. Denn alle Kinder müssten schwimmen lernen, „Schwimmen können heißt Leben retten.“

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erstellt am 10.Jun.2016 | 05:00 Uhr

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