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Landwirtschaft und Tourismus : Schmackhaftes Regionalmarketing

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Landwirtschaftsminister Robert Habeck eröffnet mit Kreispräsident Hans-Harald Böttger in Nordermeldorf die Dithmarscher Kohltage.

„Der Anschnitt ist vollzogen“, mit diesen Worten eröffnet Kreispräsident Hans-Harald Böttger die 29. Dithmarscher Kohltage. Dem Regen und Matsch trotzend schneidet er den ersten Weißkohlkopf ab und überreicht ihn der Kohlregentin Freia I. Danach greift auch Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck zum Messer. Für ihn seien die Kohltage mehr als nur ein Erntefest. „Sie sind ein Paradebeispiel für erfolgreiches Regionalmarketing, bei dem Landwirtschaft und Tourismus Hand in Hand gehen.“

Damit ist die offizielle Ernte in Deutschlands Kohlkammer auf dem Hof von Anne und Reimer Thiel-Peters in Nordermeldorf eröffnet. „Doch eigentlich haben die Erntearbeiten schon lange begonnen. Im Juli wurde bereits der Frühkohl geerntet, jetzt beginnt die Hauptsaison und der Lagerkohl ist dran“, sagt Reimer Thiel-Peters.

Der symbolische erste Kohlanschnitt ist auch der Startschuss für das alljährliche Herbstfest. Zu der sechstägigen Veranstaltung werden bis zu 300  000 Gäste erwartet. Auch trotz des schlechten Wetters sind viele Besucher gekommen, vom Kohlfeld selbst jedoch haben sich die meisten jedoch ferngehalten. Aber auch für sie gibt es auf dem Thiel-Peters-Hof einiges zu entdecken. Etwa die „Gläserne Küche“ in der Kochschüler der Berufsschule Meldorf das Kohlgericht 2015 vorstellen und jedem Interessierten Ratschläge zum Nachkochen geben.

Für die Ernte sei das Regenwetter optimal, sagt Landwirt Thiel-Peters. Dennoch würde den Kohlköpfen noch ein wenig Sonne zum Wachsen gut tun. Denn der viele Regen habe beim Kohl zu Nässeschäden geführt. Die Ertragseinbußen in Dithmarschen, dem größten geschlossenen Kohlanbaugebiet Europas, werden jedoch vergleichsweise gering sein, so der Landwirt. Andere Gebiete, besonders im Osten, habe es schlimmer getroffen, sagt der Vorsitzende der Dithmarscher Gemüsebauern, Christian Ufen aus dem Kronprinzenkoog. Deshalb trage die Region eine besondere Verantwortung. „Wir müssen die Erntedefizite anderer ausgleichen“, so Ufen weiter. Das Ernteglück zeige auch, wie gut der Kohl nach Dithmarschen passe.

Auf den fast 3000 Hektar Anbaufläche der Marschregion wächst vor allem Weißkohl, aber auch Rotkohl und Wirsing. „Auf jeden Deutschen kommt ein Kohlkopf“, sagt Habeck und spielt damit auf die etwa 80 Millionen Kohlköpfe an, die in Dithmarschen jährlich geerntet werden.

Die Marktlage des vielseitigen Gemüses ist sehr gut, der Preis deutlich angestiegen. Das liegt unter anderem daran, dass sich Kohlgerichte besonders in Amerika wachsender Beliebtheit erfreuen. „Damit lassen sich aber auch abgefahrene Gerichte kochen“, meinte Habeck. Die Begeisterung für das Gemüse teilt Regentin Freia I. „Wenn er roh ist schmeckt er ein wenig süß und man kann Eis, Pralinen und sogar Bonbons aus Kohlblättern herstellen.“


>Das Video der Eröffnungsveranstaltung ist online unter www.shz.de zu finden.

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erstellt am 23.Sep.2015 | 06:31 Uhr

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