Besuch aus Kiel : Schlie bricht eine Lanze für das Handwerk

Die Be- und Verarbeitung der Brettschichthölzer stellte Tillmann Schütt (rechts) dem Landtagspräsidenten Klaus Schlie vor.
Die Be- und Verarbeitung der Brettschichthölzer stellte Tillmann Schütt (rechts) dem Landtagspräsidenten Klaus Schlie vor.

Der Landtagspräsident zu Gast bei der Firma Schütt in Landscheide.

shz.de von
06. Juni 2014, 17:00 Uhr

Nicht ohne Grund hat der Präsident des schleswig-holsteinischen Landtags, Klaus Schlie, gestern die Bauunternehmung Gebrüder Schütt KG in Landscheide besucht. Aus dem vor genau 125 Jahren gegründeten kleinen Zimmereibetrieb ist heute ein leistungsstarkes Bauunternehmen mit der Spezialität des Leimbinderbaus geworden. Dabei werden Brettschichthölzer bis zu einer Spannweite von 48 Metern in einem Stück produziert.

„Wir haben uns zu einem Komplettdienstleister am Bau entwickelt“, informierte Firmenchef Tillmann Schütt den Landtagspräsidenten und dessen persönlichen Referenten Sylvio Arnoldi. Die Firma Schütt bietet den Komplettbau von der Planung bis zum schlüsselfertigen Bau an. Das Unternehmen hat sich nicht nur durch Projekte in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie von Mönchengladbach bis Berlin einen Namen gemacht, sondern auch – so Tillmann Schütt – tolle Projekte in Dänemark und England ausgeführt. Sie wurden im Gewerbe- und Industriebau sowie in der Erstellung großer Reithallen sowie im Wohnungsbau ausgeführt.

Schlie bedankte sich bei dem Landscheider Betrieb für dessen hohe Ausbildungsbereitschaft. Zehn Prozent der 180 Mitarbeiter absolvieren hier ihre Ausbildung. Nach der Sommerpause werden weitere sechs Azubis eingestellt.

Für die Brettschichthölzer wird in den großen Produktionshallen vorwiegend Fichte verarbeiten. Aktuell ist jetzt ein neues Verfahren im Einsatz von Buche als Furnierschichtholz, das in Kürze präsentiert werden soll. Schütt will es erstmalig einem britischen Bauherrn für den Bau eine Reithalle mit einer 50 Meter breiten Reitfläche anbieten, die es zu überspannen gilt. „Dieses Holz eröffnet ganz andere Transport- und Spannweitenmöglichkeiten“, ist Tillmann Schütt überzeugt.

Schlie, der alle Kreise und kreisfreien Städte im Land bereisen will, brach eine Lanze für das Handwerk. „Mittelstand und Handwerk sind für den ländlichen Raum von herausragender Bedeutung“, sagte Schlie. In diesem Zusammenhang setzt er auf den weiteren Aufbau von Regionalen Bildungszentren, nachdem er zuvor das RBZ in Itzehoe besucht hatte. Im Oktober sei eine Ausstellung im Landeshaus geplant, in der sich alle 18 Regionalen Bildungszentren präsentieren wollen. Schlie bedauerte, dass der Wert der beruflichen Bildung im öffentlichen Bewusstsein ein Stückweit verloren gegangen sei. Tillmann Schütt teilte seine Auffassung: „Der handwerkliche Beruf hat keinen angemessenen Stellenwert in der Gesellschaft.“ Gleichzeitig machte er auf gute Verdienstmöglichkeiten aufmerksam.

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