zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 08:16 Uhr

Schleusentor bereit zum Einbau

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel will die beiden großen Schleusen Ende November wieder voll in Betrieb nehmen

von
erstellt am 30.Okt.2015 | 08:42 Uhr

Sieben Monate nachdem der Frachter „Saint George“ am 20. März in ein Tor der Großen Nordschleuse in Brunsbüttel gekracht war, ist das 1200 Tonnen schwere Tor gestern von der Hamburger Werft Blohm & Voss in die Schleusenstadt zurückgeschleppt worden. Damit, so Jürgen Schneider, Sachbereichsleiter beim Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel (WSA), befänden sich jetzt beide Große Kammern auf dem Weg in den Regelbetrieb. „Bis Ende November wollen wir mit den Arbeiten durch sein“, nennt Schneider die Zielvorgabe. Dann, so die Hoffnung, sind die beiden Schleusen endlich wieder reibungslos in Betrieb. Unterbrechungen, so Schneider, werde es dann eigentlich nur noch für die obligatorischen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten geben.

Das WSA habe die Zeit genutzt, betont der Ingenieur. So sei an dem beschädigten Tor, das gestern in die Südkammer geschleppt wurde, nicht nur der Schaden durch die Havarie beseitigt worden – dafür wurden 90 Tonnen Stahl verbaut. Zusätzlich sei das Schleusentor auch überholt worden: Der Korrosionsschutz wurde erneuert und die hölzernen Kufen für den Notbetrieb ausgetauscht. Insgesamt habe dies vier Millionen Euro gekostet, wovon die Hälfte auf die Havarie entfalle.

Etwa eine Woche wird das zurückgekehrte Tor in der Südschleuse liegen, dann soll es in die elbseitige Torkammer eingebaut werden. Dort wird noch emsig gespült, denn aus der Elbe hat sich dort jede Menge Schlick abgelagert. Dies sei im Sommer durch einen sehr niedrigen Wasserstand des Stroms verschärft worden, sagt Schneider. Folge: Die bei ablaufender Strömung sonst einsetzende natürliche Schlickbeseitigung in der Schleuse habe nur in geringem Umfang stattgefunden.

In dieser Torkammer hat das WSA zudem für 2,5 Millionen Euro ein neues Schienensystem installiert, auf dem das schwere Tor fährt. Die übrigen Kammern sind bereits auf dieses Konzept umgerüstet worden, nachdem die bisherigen am Unterbau befestigten Schienen sich im Laufe der Jahrzehnte gelockert und als zu anfällig erwiesen hatten.

In der Großen Südschleuse hatte es bereits am 17. Januar gekracht. Die „Red Alliance“ war gegen ein Tor geprallt. Das wurde im Beriebshafen des WSA – dort soll später ein Instandsetzungsdock entstehen – repariert. Kosten: 750  000 Euro. In den Betriebshafen wird demnächst ein Tor geschleppt, das dort überholt und als Ersatztor vorgehalten werden soll. Gestern stand es bereits ausgebaut in der Schleuse.

Jürgen Schneider ist zufrieden: „Wir haben im Sommer richtig viel geschafft“, freut er sich und hofft, dass es nicht gleich wieder zu einer Havarie kommt. Immerhin, mit Blick auf den plötzlich aufziehenden Nebel gestern Vormittag, sagte er lakonisch: „Das ist typisches Havariewetter.“ Froh äußerte er sich darüber, dass der Nebel gestern erst aufzog, als die Schlepper das große Tor schon in die Südschleuse gezogen hatten. „Sonst hätte es womöglich auf der Elbe auf Reede liegen müssen, einen oder mehr Tage.“ Das wäre alles andere als ideal gewesen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen