Schleusenstadt ist Zukunftsgemeinde

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22. März 2011, 07:54 Uhr

Brunsbüttel | Die Stadt Brunsbüttel hat dem Nachwuchs Einiges zu bieten. An der Boy-Lornsen-Schule wird eine Ganztagsbetreuung angeboten, am Förderzentrum Süd ein offenes, schulübergreifendes Ganztagsangebot mit einem multiprofessionellen Team, und in der Kanalstadt steht das einzige Mehrgenerationenhaus in Dithmarschen. Von den "mannigfaltigen Aktivitäten" war der Jugendhilfeausschuss des Kreises besonders beeindruckt. Beim Wettbewerb um die "Zukunftsgemeinde Dithmarschen" wurde Brunsbüttel nicht nur mit dem Titel, sondern auch mit einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro belohnt. Auf dem zweiten Platz rangiert die Gemeinde Hennstedt mit einem Preisgeld in Höhe von 2000 Euro.

"Wir wollten mal das zeigen, was wir im Ort für Jugendliche alles machen", erklärte Hennstedts Bürgermeister Arno Schallhorn die Teilnahme an dem Wettbewerb. Er sei stolz auf das, was die kleine Gemeinde mit 1954 Einwohnern anbiete. Neben einer offenen Ganztagsbetreuung, die 2002 vom Land als Modellprojekt gefördert wurde, gehört auch das Jugendzentrum dazu, das mit einer Vollzeitkraft besetzt ist.

Mit dem Wettbewerb "Zukunftsgemeinde Dithmarschen" stellt der Kreis Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt. Die Idee dahinter ist, aufzuzeigen, was in den Städten und Gemeinden angeboten wird. "Kinder sind unsere Zukunft - deshalb müssen wir durch eine geeignete Infrastruktur ihren Weg ins Leben optimal gestalten", sagte Landrat Dr. Jörn Klimant bei der Verleihung der Urkunden. Den Ausschlag hat eine Umfrage zum Thema Familienfreundlichkeit gegeben. Danach gaben 52,7 Prozent der Befragten an, dass es in ihrer Gemeinde keinen Platz für Jugendliche gebe. 54 Prozent beklagten sich darüber, dass es keine Freizeitangebote für Kinder gebe. Ein Bild, das sich auch in der Beteiligung des Wettbewerbs widerspiegelt: Nur sieben von 117 Kommunen im Kreis machten mit. Klimant zeigte sich dennoch nicht enttäuscht. "Das ist völlig in Ordnung." Er hofft jedoch, dass bei der nächsten Ausschreibung für 2013 mehr Bewerbungen eingehen.

Geplant war, der engagiertesten Gemeinde neben dem Titel "Zukunftsgemeinde" ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro zu verleihen. Aufgrund der schlechten Vergleichbarkeit der Gemeinden und der unterschiedlichen Projekte hat sich nach langer Diskus sion der Jugendhilfeausschuss dafür entschieden, das Preisgeld aufzuteilen und allen Beteiligten den Titel für zwei Jahre zu verleihen. Neben Brunsbüttel und Hennstedt gehören Meldorf, Albersdorf, Wesselburen, Wöhrden und Niendorf dazu. "Alle Beteiligten sind innovativ und vorbildlich", so Klimant. "Die Gemeinden des Kreises brauchen sich nicht mit ihren Angeboten für Kinder und Jugendliche zu verstecken. Da wächst manches Pflänzchen und wird vor Ort gut gepflegt", so Malte Spitzer, Leitender Kreisverwaltungsdirektor.

Auch aus Sicht von Ute Dethlefs, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, hat sich der Wettbewerb schon deshalb gelohnt, da aufgezeigt wurde, welche Vielfalt es in den Gemeinden gibt. Und davon sollen auch andere profitieren. Die Details werden im Internet veröffentlicht. "Gute Ansätze können oft mit wenig Aufwand auf andere Gemeinden übertragen werden", sagte Jugendschutzbeauftragter Gerd Manzke.

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