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Glückstädter Hafen : Schleuse: Tore schließen nicht richtig

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Amt für Küstenschutz muss Reparaturen am Sperrwerk um eine Woche verschieben.

von
erstellt am 04.Aug.2015 | 12:00 Uhr

„Wir schlafen nicht mehr gut, wenn die Sicherheit nicht gegeben ist.“ Dirk Brandenburg ist sich der großen Verantwortung bewusst: Zurzeit sorgt nur noch das kleine Stahltor für die Sicherheit, dass die Stadt nicht überflutet wird. Denn die Schleusentore am Hafen lassen sich nicht mehr richtig schließen. Und wenn, dann nur noch mit viel Kraft. Deshalb muss jetzt repariert werden. Das Problem: „Die Betonwände haben sich auf jeder Seite um sechs Zentimeter bewegt. Die Tore kommen auf der Sohle deshalb nicht mehr zusammen“, erklärt der Ingenieur. Die Ursache sei noch unklar.

Eigentlich sollte die Reparatur am Sperrwerk schon gestern beginnen. Doch gibt es noch einiges zu prüfen, deshalb wird der 300-Tonnen-Kran erst am nächsten Montag erwartet. Dieser soll dann die beiden Fluttore hochheben, wenn das Hafenbecken trockengelegt ist. Erst dann können die Fachleute das Ausmaß der Schäden sehen.

Doch vorher wird mit speziellen Balken mit Stahlprofil ein Notverschluss gesetzt. „Die Balken werden mit dem Tieflader geholt“, sagt der Ingenieur vom Amt für Küstenschutz. Die gesamte Anlage des Sperrwerkes, welches den Binnen- und Außenhafen verbindet, wird trockengelegt. „Dann beginnen die eigentlichen Arbeiten“, erklärt Brandenburg.

Vor rund zwei Jahren stellten Fachleute fest, dass die Betonmauern Risse bekommen haben. „Das erste Elbetor wurde im 19. Jahrhundert gebaut, der mittlere Teile in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und der Trog wurde 1976 als Fertigbauteil eingeschwommen.“ Die Risse sind jetzt in dem Trog.

Als die Schäden entdeckt wurden, wurde gleich mit der Ursachenforschung begonnen. Seit eineinhalb Jahren wird bei jeder Gelegenheit gemessen, wie sich das Bauwerk verhält – sogar nachts, bei Sturmflut. Ein Fazit lautet jetzt: Die Wände sind trotzdem stabil. „Wir haben so lange gewartet, bis sich die Wände nicht mehr bewegen“, erklärt Brandenburg, warum erst jetzt mit den Reparaturen begonnen wird. Einen neuen Trog zu bauen, das mag er sich gar nicht vorstellen: „Das würde mehrere Millionen Euro kosten.

Fakt ist: Die Tore haben sich mit der Zeit schräg gestellt. Wenn die Schleuse kommende Woche trockengelegt ist, wird wieder gemessen. Und die Fachleute sehen sich die Rollenlager an, auf denen die Tore am Grund stehen. „Wir haben Angst, dass die Tore aus den Lagern herausrutschen könnten“, sagt Brandenburg. „Ist die Spurlage kaputt, dann müssen wir den ganzen Beton aufreißen.“ Auch daran mag Brandenburg nicht denken, denn das sei in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr zu reparieren.

Ein wesentlicher Punkt der geplanten Reparatur ist, dass die Tor-Knaggen abgebaut werden – „dies sind Verstemmungspunkte“, erklärt Brandenburg zu den Teilen, die am Rand die Druckkräfte in die Seitenmauern ableiten. Fachleute bauen die Teile dann aus, vermessen sie und innerhalb von zehn Tagen werden passgenaue neue Tor-Knaggen hergestellt und eingebaut. Der Kran würde die Tore dann gerade stellen und neu justiert wieder einsetzen. Damit das Bauwerk nicht leidet, werden drei Querträger – „drei Spreizen“ – parallel zwischen Norder- und Süderseite eingesetzt.

Mehrere Hafenanlieger hatten kritisiert, dass das Amt für Küstenschutz die Sperrung der Schleuse für sie zu kurzfristig bekanntgegeben hatte. „Wir wollten die Pferde nicht scheu machen“, sagt Brandenburg. „Wir wollten alles fachlich und technisch abgeklopft haben, bevor es losgeht.“

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