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Regionalkonferenz : Schleswig-Holsteins Zukunft ist bunt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ministerpräsident Torsten Albig möchte wissen, wie das Land 2030 aussehen soll. Darüber diskutieren rund 200 geladene Gästen im Itzehoer ISIT.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 05:05 Uhr

Wie steht es um die Zukunft Schleswig-Holsteins? Das möchten Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und sein Regierungsteam gern erfahren – und haben dafür drei Regionalkonferenzen ins Leben gerufen. Vertreter aus allen Bereichen der Gesellschaft sollen dabei in den Themenbereichen Lebensqualität, Bildung und Wissen, Wirtschaft und Energie Ideen erarbeiten, wie es 2030 im Land aussehen soll und was dafür getan werden muss. Nach dem Auftakt in Schleswig und der Fortsetzung in Kiel bildete die Konferenz gestern im Itzehoer Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) den Abschluss des Ideenfindungsprozesses.

Zu Beginn forderte Albig die rund 200 Teilnehmer aus den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland auf, offen zu sein und alle Bilder zuzulassen. „Ich wurde bei einer Veranstaltung gefragt, darf ich hier alles sagen oder muss ich vernünftig sein? Ich kann doch heute nicht sagen, was vernünftig ist. Das muss die Zukunft zeigen.“ Der Ministerpräsident warnte davor, Schleswig-Holstein einzig als landwirtschaftliches Land zu sehen. „Wir haben auch eine starke Energiewirtschaft. Und wer weiß, vielleicht kommt die Speichertechnik der Zukunft aus Schleswig-Holstein.“ Albig wollte nicht allein Zeichen wie den Bau der Autobahn 20 als Symbol für Fortschritt verstanden wissen. Moderne Datentechnik sei mindestens ebenso wichtig für die Zukunft. Es müsse nicht unbedingt ein Zeichen für erfolgreiche Politik sein, wenn in jedem Ort ein Arzt vorhanden sei. Es komme auch auf die Qualität der medizinischen Versorgung an.

Dass der Blick in die Zukunft keineswegs ein ängstlicher sein muss, versicherte Dieter Witasik, der im Auftrag der Landesregierung eine Umfrage zur Landesentwicklungsstrategie – „das klingt so sperrig, deshalb nennen wir es kurz SH2030“ – ausgewertet hat. „Das Bild, was wir von Schleswig-Holstein zeichnen werden, ist keineswegs schwarz, sondern bunt.“

Professor Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, untermauerte die Statistik mit Fakten. „Bis 2030 sind es 16 Jahre. Wenn wir mal 16 Jahre zurückblicken, war das 1998, das ist gefühlt gar nicht lange her. 2030 ist also quasi schon morgen.“ Und auf dem Weg dorthin würden die Menschen fünf große Änderungen erwarten: der demografische Wandel, die veränderten Informationstechnologien, der Anspruchswandel, durch den die Menschen immer mehr erfahren möchten, wofür sie leben, „natürlich“ der Klimawandel und der Strukturwandel, der auch eine deutliche Schere zwischen Arm und Reich bringen werde. Die Politik müsse nicht allein den Wandel gestalten, aber sie müsse die Rahmenbedingen schaffen. „Jeder und alle sind dafür verantwortlich, dass die Visionen wahr werden“, sagte Reinhardt, der sich eine Generation V wünscht, „die steht für Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung“.

Auf dem Podium diskutierten anschließend der Schüler Henning Reimers vom Sophie-Scholl-Gymnasium aus Itzehoe, die Uetersener Stadträtin Sabine Lankau, der Pensionär Rüdiger Schulz (Kreis Segeberg) und Heiko Schaak aus Albersdorf über ihren Blick in die Zukunft. Lankau plädierte dafür, dass die Energieversorgung in kommunale Hände gehöre. Schaak forderte, dass sich die Bürger stärker autark organisierten. Reimers wollte sich für seine persönliche Zukunft nicht festlegen lassen. „Ich mag nicht später an meinen Erwartungen festhalten müssen.“ Fest steht für ihn aber, dass der Umweltschutz höchste Priorität hat. Und: „Schleswig-Holstein sollte sich auch treu bleiben. Man denkt an Wind und Wasser, und vielleicht das platte Land. Dann lasst uns doch dazu stehen und den Wind auch gleich als Energiequelle nutzen. Und ländliche Regionen sollten auch ruhig ländlich bleiben und nicht verstädtisiert werden.“

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