Hafenwirtschaft : Schlepper „Corvin“ ist der Stärkste

Arbeitsplatz in luftiger Höhe: Vo hier aus hat Kapitän Bernd Sörensen alles im Blick.
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Arbeitsplatz in luftiger Höhe: Vo hier aus hat Kapitän Bernd Sörensen alles im Blick.

Millionen-Investition: Brunsbütteler Schrammgroup stellt neues Schiff in Dienst, das bei Bedarf als leistungsfähiges Feuerlöschboot im Einsatz ist.

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30. Juli 2015, 12:09 Uhr

An der Elbe westlich von Hamburg sucht er seinesgleichen: Der neue Schlepper „Corvin“ der Brunsbütteler Hans Schramm & Sohn Schleppschifffahrt, einem Unternehmen der Schrammgroup, ist mit einem Pfahlzug von 72 Tonnen der leistungsstärkste Schlepper zwischen der Hansestadt und der Elbmündung. Benannt ist das 2003 in Holland als „Asterix“ vom Stapel gelaufene Schiff nach einem Sohn von Firmenchef Hans Helmut Schramm. Es ist der dritte Schlepper unter diesem Namen. Die beiden Vorgänger sind verkauft. Fünf Millionen Euro hat das Unternehmen jetzt investiert.

Größere Schiffe und steigende Anforderungen an die Sicherheit seien Gründe für den Kauf gewesen, sagt Hans Helmut Schramm. Der Pfahlzug, nicht die PS-Zahl, sind entscheidend. Die Angabe bezieht sich auf die Zugkraft eines Schiffs. Die beiden Vorgänger brachten es auf 40 beziehungsweise 50 Tonnen, der andere in Brunsbüttel liegende Schlepper des Unternehmens, der 33 Jahre alte „Parat“, bringt es auf 33 Tonnen – weniger als die Hälfte des neuen „Corvin

“. Dessen beide Dieselmaschinen liefern 5200 PS an die beiden je 2,70 Meter großen Propeller, durch die der 32,5 Meter lange Schlepper im Prinzip auf der Stelle drehen kann. Neben seiner Kraft und Wendigkeit ist das Schiff auch für Löscheinsätze geeignet. Bis zu 2800 Kubikmeter Wasser können die beiden Löschmonitore pro Stunde versprühen. Für den Eigenschutz kann sich „Corvin“ selbst in einen Wassernebel hüllen. In seinem letzten Einsatzgebiet im dänischen Aarhus war der Schlepper der erste mit Löschausrüstung.

In Elbehafen und Ölhafen gibt es in der Schleusenstadt durchaus denkbare Einsatzszenarien für die Löschfunktion. Daneben könne der Schlepper auch bei Bergungsarbeiten auf Elbe und Nordsee eingesetzt werden, sagt Torsten Andritter-Witt, Geschäftsführer der Hans Schramm Schleppschifffahrt. Zunächst wird der Neuerwerb des Unternehmens ab August im neuen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven eingesetzt. Bis Jahresende ist „Corvin“ an die Reederei Bugsier verchartert. Dann wird der Schlepper nach Brunsbüttel zurückkehren. Das, glaubt Andritter-Witt, dürfte auch die Lotsen freuen, die sich schon länger für leistungsstarke Schlepper auf Nord-Ostsee-Kanal und Elbe aussprächen.

Zwei Crews zu je drei Mann leisten Dienst an Bord, wechseln sich alle 14 Tage ab. Eine Kombüse, ein großer Vorratsraum und eine große Messe sowie die einzelnen Kabinen der Besatzung ermöglichen die Versorgung und Unterkunft der Mannschaft – alles in vollklimatisierten Räumen.

Was Torsten Andritter-Witt besonders freut: Der „Corvin“ war für sein Einsatzgebiet in Aarhus wenig genutzt worden. Das Schiff habe in den vergangen zwölf Jahren viele Leerlaufzeiten gehabt. „Eigentlich ist das noch ein junger Schlepper“, sagt Andritter-Witt.

Die Schrammgroup bleibt auch nach dem Kauf in Bewegung. So wird im September ein Büro in Hamburg eröffnet. „Wir gehen den Kunden entgegen“, sagt Hans Helmut Schramm. 70 Mitarbeiter sind ohnehin schon in der Hansestadt tätig.

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