zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 23:36 Uhr

Bahnhalte : Schlagabtausch in der Landespolitik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einen Schlagabtausch über die Bahnhalte in Glückstadt lieferten sich die Parteienvertreter in Kiel.

von
erstellt am 10.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Der CDU-Verkehrsexperte und Steinburger Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp hat den Landtagsfraktionen der Grünen, der SPD und des SSW nach den Abstimmungen im Wirtschafts- und Finanzausschuss über das Vergabeverfahren im Netz West Teil 1 gestern vorgeworfen, gegen den zusätzlichen Halt und damit gegen die Menschen in Glückstadt und an der Westküste gestimmt zu haben: „Auf Wunsch der Regierungsfraktionen werden jetzt Loks gekauft, mit denen ein zusätzlicher Halt in Glückstadt nahezu unmöglich ist. Wer für diese Loks die Hand gehoben hat, der wusste, dass er gleichzeitig gegen den Wunsch der Menschen nach einem Halt in Glückstadt stimmt“, erklärte Arp in Kiel. Besonders enttäuscht zeigte er sich vom Verhalten der Grünen Fraktion. Denn bis zuletzt hätten deren Vertreter behauptet, alles für den zusätzlichen Halt in Glückstadt zu tun. Unverständlich sei auch das Verhalten der Piratenfraktion, die anders als CDU und FDP der Anschaffung ihre Stimme nicht verweigert hätten.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Birgit Herdejürgen hält die Aussagen von Arp hingegen für „Verdummungsversuche“, die ein unerträgliches Maß erreichten. Fakt sei, dass der Finanzausschuss der Anschaffung der modernsten und leistungsfähigsten Loks, die zurzeit in Deutschland zugelassen sind, zugestimmt habe. Fakt sei auch, dass allein mit dieser Maßnahme das Glückstädter Problem noch nicht gelöst ist. Wirtschaftsminister Meyer habe sehr deutlich gemacht, dass im Dialog mit den betroffenen Akteuren vor Ort weiter an Verbesserungen gearbeitet wird.

Kritik kommt auch von den Grünen. „Der CDU-Kollege Arp hat offenbar Erinnerungslücken. Es war schließlich die CDU/FDP-Vorgängerregierung, die mit der Ausschreibung des Netzes Mitte die Probleme, vor denen wir jetzt bei der Ausschreibung für die Westküste stehen, geschaffen hat“, betont der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Tietze. „Wer davon ausgeht, die Anbindung Glückstadts sei nur mit der Beschaffung von Lokomotiven gelaufen, ist auf dem falschen Gleis.“ Um auch zukünftig die Westküste und speziell auch Glückstadt vernünftig anzubinden, seien viel mehr Aspekte als nur die Art der Lokomotiven zu berücksichtigen. „Die Ausschreibung heute zu verschieben, hätte bedeutet, die Westküste ohne Lokomotiven im Stich zu lassen. Das wäre weitaus schlimmer gewesen.“




Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen