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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 12:12 Uhr

Schimmel-Kita: Suche nach Baumängeln

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kinder im Telekom-Gebäude untergebracht / Umzug und Einrichtung kosten die Stadt 200 000 Euro

Der Schimmelbefall in der Kindertagesstätte Nordlichter belastet den Heider Haushalt. 200 000 Euro kostet der Umzug der Lütten in das Telekom-Gebäude im Heider Norden. Wann und vor allem wie viel Geld es von der Versicherung gibt, ist offen. Bürgermeister Ulf Stecher stellt sich auf eine lange Wartezeit ein. Zudem sei der Sanierungsbedarf größer als erwartet, erklärte er im Ausschuss für Familie, Schule und Sport.

Erst vor einem Jahr wurde die Kita nach nur sechsmonatiger Bauzeit gegenüber der Fachhochschule Westküste (FHW) eröffnet – jetzt mussten die Räume wegen Schimmel geschlossen werden. Ursache soll nicht nur wie anfangs vermutet ein defekter Abwasserschlauch einer Geschirrspülmaschine sein, der einen massiven Feuchtigkeitsschaden verursacht hatte. Als weiteren Grund vermutet die Versicherung Baumängel – was jetzt ermittelt wird. Und damit spielt die Haftung eine Rolle. Bei Baumängeln zahlt die Versicherung nicht. Jetzt müsse herausgefunden werden, wer für welchen Schaden verantwortlich sei, sagte Stecher in seiner Funktion als Vorsteher des Zweckverbandes Kindertagesstätten Heide-Umland. Davon hängt auch die Höhe der Zahlungen der Versicherung ab.

Im schlimmsten Fall kann dies lange rechtliche Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Stecher ist überzeugt: „Wir müssen in Vorleistung gehen.“ Zudem zeige die Erfahrung, dass selten 100 Prozent der Kosten erstattet würden. Für die 65 Kita-Kinder bedeutet dies, dass sie voraussichtlich länger als nur die geplanten sechs Monate in ihrem Übergangsquartier bleiben müssen.

Froh ist Stecher, dass wenigstens der Umzug nur zwei Wochen gedauert hat. „Alle Beteiligten haben hervorragend zusammengearbeitet“, erklärt Projektkoordinatorin Charlotte Pusch. Arbeit gab es reichlich. Die gesamte untere Etage des Telekom-Gebäudes musste kindgerecht umgestaltet werden. Sanitäre Anlagen mussten geschaffen, Rohre verlegt, Waschbecken und Wasserhähne auf Kinderhöhe verlegt werden. Die Türen mussten mit einem Klemmschutz versehen, der Brandschutz überprüft werden. Bevor der Umzug startete, wurde zudem die gesamte Einrichtung der Kita auf Schimmelbefall sorgfältig überprüft und desinfiziert.

„Parallel zu den technischen Aspekten des Umzugs war es wichtig, unsere Arbeit auch aus dem Blickwinkel der Kinder zu betrachten – schließlich war es unser oberstes Ziel, dass sich die Kinder in ihrer neuen Kita wohlfühlen“, erzählt Charlotte Pusch. Auch Anja Kasper, Leiterin der Kita Nordlichter, ist begeistert. Nichts habe anfangs annähernd ausgesehen wie eine Kita. „Jetzt ist das Ergebnis so gut, dass man eigentlich gar nicht mehr von einer Übergangslösung sprechen kann.“

Während in den neuen Räumen noch am Feinschliff gearbeitet wurde, bereiteten die 19 pädagogischen Mitarbeiterinnen die Kinder auf das neue Quartier vor. „Meine Kinder haben den Umzug als spannendes Abenteuer erlebt und fühlen sich nun sehr wohl in der neuen Kita“, erzählt Elternvertreterin Beeke Jörgensen.


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