Schilddrüsenzentrum am Westküstenklinikum sichert umfassende Behandlung

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13. April 2013, 03:59 Uhr

Heide | Mit einem Schilddrüsenzentrum stellt sich das Westküstenklinikum Heide einer besonderen Herausforderung in der Medizin: Gleich drei Abteilungen des Hauses arbeiten eng zusammen, um für jeden Patienten die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten. "Im Bereich der Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen verfügen wir über eine fachliche Expertise, die ansonsten in der Regel nur in Universitätskliniken oder erheblich größeren Krankenhäusern vorgehalten werden kann", erläutert WKK-Geschäftsführer Harald Stender.

Die Schilddrüse ist ein im Alltag wenig beachtetes Organ, das aber für eine Vielzahl von Krankheiten verantwort-lich sein kann, wenn es denn zu einer Über- oder Unterfunktion kommt. Dabei können der Fettstoffwechsel, das Herz-Kreislaufsystem und auch die Psyche des Patienten stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Insofern kommt einer umfangreichen Diagnostik große Bedeutung zu, die jedoch teilweise bereits von niedergelassenen Fach- und Hausärzten vorgenommen wird. In schweren Fällen oder wenn eine stationäre beziehungsweise nuklearmedizinische Behandlung nötig wird, kommt das Westküstenklinikum ins Spiel.

Für schwierige Fälle ist die "Endokrinologische Konferenz" gegründet worden, die das Herzstück des Schilddrüsenzentrums ausmacht. In regelmäßigen Abständen besprechen dort Vertreter der Medizinischen Klinik, der Klinik für Viszeral- und Gefäßchirurgie sowie des Instituts für Nuklearmedizin die schwierigsten Befunde und suchen gemeinsam nach der bestmöglichen Therapie. Je nach Krankheitsbild wird diese dann in einer der drei Abteilungen durchgeführt.

Dabei kommt den Patienten zugute, dass in Heide ein eigenes nuklearmedizinisches Institut unter Leitung von Prof. Dr. Holger Schirrmeister (Foto), einem weiteren Experten auf dem Gebiet der Schilddrüsenerkrankungen, eingerichtet wurde. Sehr häufig werden dort zum Beispiel Radiojodtherapien vorgenommen. Schirrmeister: "Die Patienten müssen lediglich eine kleine Kapsel schlucken, die dann über die Blutbahn von den kranken Teilen der Schilddrüse aufgenommen wird. In den meisten Fällen kann mit einer Therapie eine Überfunktion der Schilddrüse geheilt werden." Auch einige bösartige Tumore lassen sich so in Ergänzung zur Operation mit sehr guten Heilungschancen behandeln.

Neben der medikamentösen oder nuklearmedizinischen Behandlung kommt auch den Operationen eine wachsende Bedeutung zu. "Wir führen jährlich mittlerweile bis zu 230 Operationen an Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Nebennieren durch", erklärt Dr. Marc Olaf Liedke, Chefarzt der Klinik für Viszeral- und Gefäßchirurgie. Die Operateure kommen zum Beispiel bei Formen des Schilddrüsen-Krebses zum Zuge, wenn andere Optionen nicht infrage kommen.

Ein weiteres Beispiel für eine Operation als erste Wahl ist ein großer Kropf, der bereits zu Schluckstö-rungen und Atemnot führt. Aber auch bei gutartigen Erkrankungen wie Drüsenwucherungen oder Zysten kann eine Operation die bestmögliche Therapieform darstellen.

Obwohl die Schilddrüse im gesunden Zustand nicht zu spüren ist, stellt sie ein lebensnotwendiges Organ dar, da das Schilddrüsenhormon, ebenso wie zum Beispiel Adrenalin und Cortisol, zu den lebenswichtigen Hormonen zählt.

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