Schiffe zum Greifen nah

Futuristisches Gebäudedesign und direkter Blick auf die Schleuse: So soll der 'Skywalk' nach einem ersten Entwurf aussehen. Foto: Foto: moths Architekten
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Futuristisches Gebäudedesign und direkter Blick auf die Schleuse: So soll der "Skywalk" nach einem ersten Entwurf aussehen. Foto: Foto: moths Architekten

Direkt an den Schleusen plant die Stadt ein Besucherzentrum / 6,9 Millionen Euro soll das Projekt kosten

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02. Dezember 2011, 08:18 Uhr

brunsbüttel | Der Traum lebt. Im Rahmen der Schleusenmeile plant Brunsbüttel den ganz großen Wurf - sowohl in finanzieller als auch in touristischer Hinsicht: ein Schleusenbesucherzentrum. Knapp 100 000 Besucher pro Jahr werden für die Attraktion prognostiziert, rund 6,9 Millionen Euro soll das Mammut-Projekt verschlingen.

"Das ist dennoch ein lohnendes Projekt und für Brunsbüttel ein echtes Ausrufezeichen", sagt Eva Müller-Meernach, die für die Glücksburg Consulting AG als Projektleiterin das Konzept zur Realisierung erarbeitet hat. Geplant ist eine interaktive Ausstellung, die sowohl die Geschichte des Nord-Ost-Kanals als auch die Funktionsweise der Schleusen erklärt. Dies soll durch multimedialen Einsatz inklusive Computeranimationen und Simulatoren zeitgemäß aufbereitet werden. "Die Hauptattraktion aber spielt sich draußen ab", sagt Müller-Meernach. Zudem soll das Schleusenbesucherzentrum als Informationszentrum während des Baus der fünften Schleusenkammer dienen.

Elementares Kriterium für einen möglichen Standort war bei der Auswahl der unmittelbare Blick auf die Schleusen. Ein Ausbau des Atriums wurde deshalb auch verworfen. "Die direkte Nähe zur Attraktion ist ein wichtiger Erfolgsfaktor", sagt Müller-Meernach. Stattdessen ist eine bauliche Lösung in der Nähe der Aussichtsplattformen geplant, dort soll ein dann der sogenannte "Skywalk" entstehen. Dieses Modell vereint Aussicht und Ausstellung direkt an der Schleuse und erstreckt sich über die gesamte Länge der Schleuse. "Die Ausstellung mit dem Blick auf die Schleusen ist die optimale Lösung", sagt Jutta Neumann vom zuständigen Architekturbüro Prof. Moths Architekten.

Im Rahmen des Konzepts wird bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von vier Euro ein Erlös von 650 000 Euro im Jahr kalkuliert. "Wenn wir Brunsbüttel voran treiben wollen, brauchen wir das Schleusenbesucherzentrum", ist sich Stadtmanager Torsten Lange sicher.

Das Projekt sei mit enormen Kosten verbunden, der nächste Schritt sei dementsprechend, Fördermittel zu realisieren. "Der Skywalk ist ein ehrgeiziges Projekt, das nur funktioniert, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen - von der Stadt, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Sponsoren bis zu den Fördermittelgebern", sagt Lange. Anfang 2012 wolle man beginnen, Gespräche zu führen. Zudem sei man auf private Sponsoren angewiesen, auch ein Namensgeber werde gesucht. "Wir werden viel Energie investieren", verspricht Lange.

Durch die Realisierung des Baus der fünften Schleusenkammer sei man dicht dran an einer machbaren Lösung, sagt Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Man wolle einen echten Hingucker schaffen, der deutlich über die Kreisgrenzen hinausstrahlen soll. "Wir wollen hier etwas Nachhaltiges schaffen und keine Eintagsfliege", sagt Mohrdieck.

Viel Zeit bleibt den Organisatoren aber nicht mehr. Der Bau der Schleusenkammer soll elementarer Bestandteil des Besucherzentrums werden. "Es wäre schon gut, wenn wir den Bau mitnehmen könnten. Wir streben eine zeitnahe Lösung an", sagt Mohrdieck. Die Vision steht, jetzt gilt es die Finanzierung zu sichern. Torsten Lange: "Es wird viel Überzeugungsarbeit nötig sein. Der Weg ist lang."

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