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Schützengilde : Schießzentrum: Verband lehnt Kauf ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Kellinghusener Schützengilde in ihrer Existenz gefährdet. Vorstand fordert Rückbau der Anlage auf Vereinsniveau.

Die Kellinghusener Schützengilde bleibt vorerst auf dem Landesleistungszentrum sitzen. Der angedachte Verkauf an den Norddeutschen Schützenbund, Landesverband Schleswig-Holstein, scheiterte. Aus Kostengründen votierte eine Mehrheit beim außerordentlichen Landesschützentag gegen den Kauf. Die Folgen für die Kellinghusener Schützengilde sind noch nicht abzusehen. Sie reichen von einem Weiterbetrieb – falls die Delegierten noch zu einer anderen Meinung kommen sollten – bis hin zur Auflösung der Schützengilde, sagte der Vorsitzende Jens Feßenmeyer gestern auf Anfrage.

Die Kooperation des Landesverband mit der Schützengilde stammt aus den 70iger Jahren. Seitdem nutzt der Landesverband die Anlage für Wettbewerbe und Kadertraining und ließ sie immer weiter ausbauen. Ende des Jahres läuft jetzt der Vertrag aus. Und bewegt sich nichts, fordert der Gildevorstand den Rückbau des Leistungszentrums. „Für die Bedürfnisse unseres Vereins reicht eine kleinere Anlage völlig aus“, sagt Jens Feßenmeyer.

Die Schwierigkeiten reichen einige Zeit zurück – und gehen auf Auflagen der Behörden zurück. Denn dem Bau fehlte jahrelang eine Betriebserlaubnis. Nur unter der Bedingung, alle von der Bauaufsicht geforderten Voraussetzungen zu erfüllen, gab es 2009 eine vorläufige Betriebserlaubnis – erteilt bis zum 31. Juni 2013. Bis dahin sollte die Schützengilde als Eigentümer unter anderem einen vollständigen Bauantrag (da einige Teile ohne behördliche Erlaubnis gebaut worden sind) mit einem gültigen Brandschutzgutachten und einer Schießstandabnahme durch einen Sachverständigen vorlegen. Allerdings war die Schützengilde dazu nicht in der Lage. Zu teuer. Um den finanziellen Klotz am Bein los zu werden, nahm die Gilde bereits 2012 Verhandlungen mit dem Landesschützenverband auf. Im Juni 2013 fassten die Kellinghusener dann den Beschluss, Grundstück und Gebäude an den Landesverband zu verkaufen - einschließlich der 25 000 Euro Verbindlichkeiten. Auch eine Nutzung durch Kellinghusener Schützen sollte vereinbart werden. Eine erneute Anfrage an die Behörde, nach diesem Beschluss die vorläufige Betriebserlaubnis zu erhalten, blieb erfolglos. Deshalb ruht seit dem 1. Juli der Schießbetrieb.

Die auch vom Präsidium befürwortete Übernahme des Landesleistungszentrum scheiterte jetzt jedoch am Votum der Mitglieder beim außerordentlichen Landesschützentag. „Das Ziel des Präsidiums war es, die über lange Zeit eingebrachten Investitionen, wie elektronische Schießanlagen, die Einbauten auf den Pistolenständen, die EDV und die neue Beleuchtung auf dem KK-Stand den Schützen unseres Landesverbandes zu erhalten und im Landesleistungszentrum zu nutzen“, sagt Präsident Peter Kröhnert. Um eine Betriebserlaubnis zu erlangen, wären eine Teilsanierung und das Herrichten der Stände nach den seit 2012 gültigen Schießstandrichtlinien erforderlich gewesen, so Kröhnert weiter. Die Kosten beziffert er auf 300 000 Euro. Als Beratungsgrundlage hatte das Präsidium den Delegierten beim Landesschützentag unter anderem auch einen kompletten Umbau zu einem Landesleistungszentrum mit Geschäftsstelle für 720 000 Euro – auszuführen in mehreren Schritten – vorgelegt.

Durch das Nein der Mitglieder fehle jetzt nur ein Leistungszentrum, dass besonders für die jugendlichen Kadermitglieder wichtig sei, so der Präsident. Und trotzdem kommen laut Kröhnert Kosten auf den Verband zu. Ausbau der EDV-Anlage, Abbau und die Einlagerung der Schießanlagen, den Rückbau der Anlage sowie die Rückzahlung von Fördergeldern an den Landessportverband kosteten dem Verband zwischen 200 000 und 250 000 Euro.

Für die Kellinghusener Schützen ändert sich vorerst nichts. Da die heimische Anlage geschlossen ist, trainieren die Aktiven zurzeit bei ihren Sportfreunden in Wrist. Dort ist aber Ende 2014 Schluss - und dann geht es um die Existenz der Schützengilde.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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