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Festnahme in Rendsburg : Schießerei in Itzehoe: Zwei Männer in Untersuchungshaft

vom
Aus der Onlineredaktion

In Itzehoe hat es am Montagabend eine Schießerei gegeben. Die Hintergründe sind noch völlig unklar.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2016 | 18:09 Uhr

Itzehoe/Rendsburg | Die de-Vos-Straße in Wellenkamp am Montagabend. Es ist ruhig, Feierabendstimmung. Doch plötzlich Szenen wie in einem Actionfilm. Zwei Autos begegnen sich, stoppen. Jeweils ein Insasse steigt aus – dann fallen Schüsse. Ein Itzehoer (27) wird getroffen und kommt ins Krankenhaus. Seine Verletzungen sind laut Polizei schwer, aber nicht lebensgefährlich. Die Täter flüchten und werden erst in Rendsburg gefasst.

Wie oft wurde geschossen? „Ich habe nur einmal gehört“, sagt eine Anwohnerin (62). Andere berichten von mehreren Schüssen. Der Tatort liegt direkt vor der Begegnungsstätte der Johanniter mit dem Kindergarten sowie dem städtischen Jugendtreff in Wellenkamp. Dieser hat noch geöffnet, mehrere Kinder und Jugendliche werden Zeugen der Tat. „Die haben wir hinterher noch befragt“, sagt Polizeisprecherin Merle Neufeld. Gegenüber der Norddeutschen Rundschau dürfen die städtischen Mitarbeiter nach Anordnung aus dem Rathaus keine Auskunft zu dem Geschehen geben.

Es ist 18.30 Uhr, als ein mit zwei Männern besetzter Ford einen entgegen kommenden Audi stoppt, in dem drei Männer sitzen. Nach dem Aussteigen schießt der Mann aus dem Ford „unvermittelt“, so die Polizei, auf den 27-Jährigen. Dann rast der Ford davon. Polizei und Rettungsdienst eilen zum Tatort, der mit Flatterband abgesperrt wird. Die Spurensicherung ist im Einsatz, mit Kreide bringen die Beamten Markierungen auf. Auf der Straße sind, so Augenzeugen, Blutflecken zu sehen.

Es kommt zur Verfolgungsjagd

Derweil läuft die Fahndung nach den Tätern. Von zwei Autos, die mit hoher Geschwindigkeit durch Itzehoe gerast seien, ist zunächst die Rede. Genaues weiß die Polizei dazu bisher nicht: „Wie genau die Flucht abgelaufen ist, müssen wir erst noch klären“, so Merle Neufeld. Sicher ist, dass die Täter dann über die Bundesstraße 77 nach Norden fahren. Zahlreiche Streifenwagen haben die Verfolgung aufgenommen, mehr als zehn Fahrzeuge seien beteiligt gewesen, sagt die Sprecherin. Im Rendsburger Kanaltunnel schließlich erfolgt der Zugriff – „das ist widerstandslos passiert“. Gegen 19 Uhr ist es so weit, der Tunnel wird für rund eine Stunde gesperrt. Das geschehe auch zur Sicherheit aller anderen, erklärt die Sprecherin. So eine Festnahme dauere, auch wegen der notwendigen Durchsuchungen, „das ist nichts Unnormales“.

Die Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft

Die Tatverdächtigen sind zwei Itzehoer, 24 und 29 Jahre alt, die wie auch das Opfer aus Armenien stammen. Sie landen zunächst im Rendsburger Polizeigewahrsam, kommen dann in eine Itzehoer Zelle. Und sie bleiben hinter Gittern, so das Ergebnis der Vorführung beim Haftrichter gestern Nachmittag: Er schickt beide Männer wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes in Untersuchungshaft in zwei verschiedene Gefängnisse. „Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar“, sagt Merle Neufeld. Klar sei nach den ersten Ermittlungen nur, dass sie nichts mit dem Rotlicht-Milieu oder Rocker-Kriminalität zu tun hätten.

Ulrike Bessel, Dienststellenleiterin der Johanniter, hört von der Schießerei direkt vor der Tür im Radio. „Letztendlich bin ich froh und glücklich, dass kein Betrieb war.“ Der andere Fall mit offenen Türen und womöglich Kindern an der Straße – „darüber möchte man gar nicht nachdenken“. Kindergarten-Leiter Steffen Harp sieht es genauso: „Ich bin froh, dass die Kita schon zu war.“

Eine 62-jährige Anwohnerin schildert, sie habe schon vor rund einer Woche spät abends Schüsse gehört: „Das war damals extrem, noch ärger als jetzt.“ Der Polizei ist davon nichts bekannt, ein Zusammenhang sei nicht erkennbar. Doch für die Anwohnerin gilt jetzt noch mehr: „Da kriegt man Angst, vor die Tür zu gehen. Jetzt geht das auch in Itzehoe los. Was wollen die Menschen nur – wir haben doch zu essen und zu trinken.“

Die Polizei bittet etwaige weitere Zeugen, sich zu melden: 04821/6020.

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