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Schiedsleute: Die Stadt sucht dringend Freiwillige

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2015 | 13:24 Uhr

„Das Thema bleibt solange auf der Tagesordnung, bis das Problem gelöst ist.“ Was der Vorsitzende des Hauptausschusses der Wilsteraner Ratsversammlung, Mark Dethlefs (CDU), da als Wiedervorlage ankündigt, ist die Suche nach einem neuen Schiedsmann oder einer Schiedsfrau. Bislang hat SPD-Ratsherr Horst Langer die Aufgabe des ehrenamtlichen Streitschlichters übernommen. Seine Amtszeit läuft allerdings ab und Langer will die Aufgabe gerne in andere Hände legen. In der Vergangenheit war die Suche nach Schiedsleuten, die die Justiz entlasten und Streitigkeiten auf möglichst einvernehmliche Weise lösen sollen, oft ein Selbstläufer. Die Fraktionen benannten Kandidaten, vielfach aus den eigenen Reihen oder ausgesuchte Persönlichkeiten, und man war praktisch gewählt. Diesmal allerdings: Fehlanzeige. „Bei uns gab es keine Resonanz“, bekannte Dethlefs.

Horst Langer nutzte die jüngste Sitzung des Hauptausschusses, um noch einmal die Werbetrommel für diese wichtige Aufgabe zu rühren. „Es gibt eine tolle Unterstützung durch die Verwaltung, und es ist auch gar nicht anstrengend.“ In der Regel seien die Fälle gemeinschaftlich mit einem weiteren Schiedsmann bearbeitet worden. Zumeist, so Langer weiter, gehe es nur darum, die Menschen zusammenzubringen. „Das funktioniert oft gut und ist besser als der förmliche Weg über die Gerichte.“ Bei Streitigkeiten unter Nachbarn ist der Gang zu den Schiedsleuten inzwischen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Darauf wies Mark Dethlefs hin. Erst wenn dort keine Einigung erzielt werden kann, müssen hauptamtliche Richter ran. Letztlich, so warf Helmut Jacobs (SPD) ein, gehe es auch darum, die Gerichte zu entlasten.

„Ich bin jetzt 65 und möchte mich nicht noch einmal fünf Jahre lang binden“, begründete Langer seinen Wunsch nach einer Nachfolgeregelung. Letztlich gehe es in Wilster „ja auch relativ friedlich zu“. Im Schnitt habe man es nur mit zwei oder drei Fällen pro Jahr zu tun.

Die Voraussetzungen, um Schiedsperson zu werden, sind überschaubar: Man muss ein unbescholtener Einwohner der Stadt und mindestens 30 Jahre alt sein. Und wenn sich kein Nachfolger findet  ? „Man bleibt so lange im Amt, bis es einen gibt. Aber das darf natürlich nicht ewig sein“, hofft Langer.

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