Schauspielkarriere: KKS-Theater als Sprungbrett

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Die ehemalige KKS-Schülerin Anne Schramm spielt im Kinofilm "Die Buddenbrooks" mit.

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06. Januar 2009, 10:14 Uhr

Itzehoe | Es war zu Beginn der siebten Klasse. "Ich sah eine schulinterne Aufführung der Offenbach-Operette La Pèrichole", erzählt Anne Schramm (25). Die Faszination der KKS-Schülerin fürs Theater war geweckt. Mit einer Freundin wandte sie sich an Doris Brandt-Kühl, die seit 31 Jahren die Theatergruppe der Kaiser-Karl-Schule leitet.

Sie durften mitspielen. Und so probte Anne Schramm mit den anderen Mitgliedern freitags drei bis vier Stunden und sonnabends bis zu zehn Stunden. Ihre ersten kleineren Rollen waren ein Mäuschen in "La Pèrichole" und ein Soldat in "Die Banditen". Damit ging es auch im Rahmen des Jugendkulturaustausches auf Tournee durch Michigan/USA. Nicht ohne heiße Diskussionen mit ihren Eltern, erinnert sich Anne Schramm, die damals erst 14 Jahre alt war. Ihre erste große Einzelrolle hatte sie kurz darauf als Trollprinzessin in "Peer Gynt", das wie alle Stücke der Gruppe auch im theater itzehoe aufgeführt wurde - mit zitternden Beinen und Herzklopfen.

"Es war ein hartes Stück Arbeit mit sehr jungen Schülern", erinnert sich Regisseurin Doris Brandt, die auf die Idee mit Schrägen im Bühnenbild kam, um ihre Schauspieler von der schwierigen Sprache abzulenken und einen körperlichen Ausdruck zu ent wickeln. "Wir haben auch neben dem Spielen alles selbst gemacht: Wir haben die Kostüme mitgenäht, uns gegenseitig geschminkt, das Bühnenbild gebaut", erzählt Anne Schramm. Die 25-Jährige ist dankbar für diese Erfahrungen - denn sie legten den Grundstein für ihren Beruf: Schauspielerin. Durch die Arbeit in der Theater-AG sei sie belastbar geworden für die Anforderungen - und sie habe Respekt vor allen Aufgaben, die bei Film und Theater hinter den Kulissen anfallen. Schließlich kennt sie die Arbeit, die dahinter steckt.

Ein Jahr gab sich Anne Schramm nach dem Abitur Zeit, um an einer der 16 staatlichen Schauspielschulen in Deutschland unterzukommen. Es gelang. An der fünften, an der sie vorsprach, der Otto-Falckenberg-Schule in München, wurde sie aufgenommen. Die Ausbildung dauerte vier Jahre. Doch schon vorher wusste Anne Schramm, "dass ich nichts anderes will als schauspielern".

Seit der Spielzeit 2007/08 ist sie am Theater Lübeck engagiert. Dort spielt sie die Tony in Thomas Manns "Buddenbrooks" - naiv, aufsässig und norddeutsch. Und schon vor dieser Besetzung am Theater wurde sie von Heinrich Breloer als Küchenmagd Trine für seinen Buddenbrooks-Film ausgewählt, der gerade angelaufen ist. An sieben Tagen war Anne Schramm dabei. Die Dreharbeiten haben ihr viel Spaß gemacht - doch die Theaterbühne möchte sie nicht missen. In dieser Saison bleibt sie noch die Tony Buddenbrook. Doch die Proben für die nächste Rolle sind bereits in vollem Gange. Ab 16. Januar spielt Anne Schramm das Gretchen in Goethes "Faust".

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