Medizin : Scharfe Messer gegen Verkalkungen

Präsentieren die neuen Geräte: Gefäßassistentin Tanja Jans und Dr. Mohamed Kamel Moubayed.
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Präsentieren die neuen Geräte: Gefäßassistentin Tanja Jans und Dr. Mohamed Kamel Moubayed.

Neue Technik im Klinikum soll Menschenleben retten

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05. Januar 2015, 05:02 Uhr

Ein Ballon dehnt die verengten Gefäße auf, ein Stent wird eingesetzt und stützt sie, um so einem neuen Engpass vorzubeugen – das ist das klassische Vorgehen bei verkalkten Gefäßen. Der Nachteil: Die Verkalkungen bleiben. „Das kann zu späteren Problemen führen“, sagt Dr. Mohamed Moubayed, Leiter der Angiologie, der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie.

Deshalb kommt am Klinikum Itzehoe jetzt auch das Jetstream-System zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Katheter mit einer Rotationsfräse, die verengende Verkalkungen und Ablagerungen in den Schlagadern zerkleinern und entfernen soll. Der Katheter, der in verengte Gefäße eingeführt wird, besitzt eine Spitze aus Edelstahl mit fünf Messern, die von einem Motor rotationsartig angetrieben werden. „Es werden 70  000 Umdrehungen pro Minute erreicht“, sagt Moubayed. Dadurch können selbst harte Ablagerungen zerkleinert werden. Sie werden abgesaugt und so schonend entfernt. „Der Vorteil ist, dass wir das Gefäß nicht nur dehnen, sondern die Ablagerungen auch entfernen – es wird also auch die Ursache für die Problematik beseitigt“, erklärt der Arzt. Außerdem bleibe kein Fremdkörper zurück.

Sollte das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein , können fünf weitere scharfe Messer ausgefahren werden, die mehr Kalk und Ablagerungsmaterial entfernen. „Anschließend wird mit einem mit Medikamenten beschichteten Ballon vorsichtig nachgedehnt“, erklärt Moubayed. Es wird ein Medikament an die Gefäßwand abgegeben, das einen Rückfall verhindern soll. „Die Methode ist bei nahezu jedem Patienten mit schwer verkalkten Ablagerungen und Verengungen anwendbar“, so Moubayed.

Ein zweites Gerät, der AngioJet, kommt zum Einsatz, um Blutgerinnsel abzusaugen. Über den Katheter wird ein starkes Vakuum durch einen gebündelten Wasserstrahl mit einer Geschwindigkeit von 600 km/h erzeugt, welches das Blutgerinnsel herauszieht, es wird zerkleinert und abgesaugt. Je frischer das Gerinnsel, desto besser sei das Ergebnis. Moubayed ist begeistert von den neuen Möglichkeiten: „Es ist eine sinnvolle Erweiterung der Methoden, die wir zur Verfügung haben.“

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