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Hässliche Häuser : Schandfleck könnte bald verschwinden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit Jahren sorgen zwei Häuser in der Hauptstraße von Kellinghusen für Unmut, sie verfielen immer mehr. Jetzt könnte sich ein Käufer finden – möglicherweise schlägt die Stadt zu.

Wird die optische Verschmutzung durch zwei baufällige Gebäude in der Kellinghusener Hauptstraße bald Geschichte sein? Bürger schauten hoffnungsvoll, als ein Gerüst vor den Häusern der Hauptstraße 39/41 aufgebaut wurde. Seit vielen Jahren sind die einst ansehnliche Stadtvilla sowie das daneben gelegene Wohn- und Geschäftshaus dem Verfall anheim gegeben. Bislang waren der Stadt gegenüber dem Privatbesitz die Hände gebunden. Mehr als Flatterbänder und die Empfehlung eines Straßenseitenwechsels konnte sie ihren sorgenvollen Bürgern nicht bieten.

Der Kellinghusener Kaufmann und Kreispolitiker (Bürgerliste Steinburg) Martin Dethlefsen spricht die Meinung zahlreicher Störstädter aus: Von den leerstehenden Gebäuden gehe nicht nur Gefahr aus. Durch ihre Optik würden sie zusätzlich den schönen städtebaulichen Eindruck der unteren Hauptstraße verderben. Schon vor zwei Jahren bemühte er sich, die Bauruinen zu erwerben und den „Schandfleck“ zu beseitigen. Daran erinnerte sich jetzt offenbar der Besitzer. Und Dethlefsen stand noch zu seinem Angebot: „Im Sinne der öffentlichen Sicherheit hätte ich das Problem so schnell wie möglich gelöst.“ Will heißen: Sofortiger Abriss mit von ihm geschätzten Kosten in Höhe von 40 000 bis 60 000 Euro.

Doch daraus wurde nichts. Wie es scheint, müssen die Kellinghusener sich jetzt auf ein längeres Procedere einstellen. Inzwischen signalisierte die Stadt Interesse – und Dethlefsen trat zurück. „Meine Absicht war, den Schandfleck zu beseitigen, wenn die Stadt dies jetzt tun will, verzichte ich gerne.“ Er freue sich, dass die örtliche Politik einen Weg gefunden habe, dieses selbst umzusetzen.

Auf Anfrage teilt Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) mit, dass er generell ein städtisches Interesse an Grundstücken prüfe, so auch für das „Filetstück“ in der Hauptstraße. „Dies hindert jedoch keinen daran, sofort zuzuschlagen.“

Als Idee für die Stadt hat Pietsch den demografischen Wandel in den Fokus genommen. Vorstellbar wäre, mittelfristig einen Investor zu finden, der auf der innerstädtischen kommunalen Fläche ein Projekt mit bezahlbarem generationenübergreifenden Wohnen realisiert. „Im Vordergrund stehen jedoch die noch zu ermittelnden Kosten.“ Aktuell sei nichts in Sack und Tüten, erst müsse die Politik gefragt werden, so Pietsch.

Deren Aussagen reichen angesichts leerer Kassen von einem kategorischen „Finger weg“ bis hin zu „Kosten-Nutzen abwägen“. Die Stadt solle sich raushalten, meint ganz klar FDP-Chef Horst Gabriel. Ähnlich sieht es die CDU: „Das soll ein Privater machen, es ist nicht Sache der Kommune, als Investor aufzutreten“, sagt Simon Schlüter. Überrascht zeigt er sich zudem darüber, dass der Bauausschussvorsitzende nicht zur erfolgten Begehung der Objekte gebeten war. „Wir wissen praktisch nichts“, moniert Schlüter. Alle seien dafür, dass der Schandfleck weg komme, sagt SPD-Chefin Ute Burkhard. Ihre Fraktion spreche sich aber mehrheitlich für einen privaten Investor aus. KeLi-Vormann Wolf-Dietrich Debus betont: „Die Stadt sollte nur dann Interesse bekunden, wenn es sich finanziell rechnet.“ Marcus Wack (BFK) freut sich, dass endlich Bewegung in die Sache kommt. „Super, dass es verschiedene Ideen gibt.“ Die sollten gesammelt und in den Fraktionen diskutiert werden. Dabei müsse die Kommune nicht zwingend als Investor auftreten. „Private Investoren sind willkommen.“

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