Sorge in Dithmarschen : Schafe zerfleischt – Wolf oder Hunde?

SchäferHermann Hanssen bot sich ein Bild des Grauens, die Herde hat er inzwischen auf seinen Hof in Eddelak gebracht.
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Schäfer Hermann Hanssen bot sich ein Bild des Grauens, die Herde hat er inzwischen auf seinen Hof in Eddelak gebracht.

Fünf tragende Muttertiere, ein Bock – gehetzt, gerissen und ins Wasser getrieben. Sechs tote Schafe geben Raum für Spekulationen: waren es Hunde oder ein Wolf? Die Polizei nimmt DNA-Spuren und ermittelt auch gegen eine Hundehalterin.

shz.de von
15. November 2013, 05:00 Uhr

Buchholz | Ist der Wolf jetzt auch im Süden Dithmarschens angekommen? Das Bild, das sich Beamten des Brunsbütteler Polizeireviers am Dienstagmorgen auf einer Koppel im Buchholzer Moor bot, gibt dieser Spekulation auf jeden Fall reichlich Nahrung.

Trächtige Mutterschafe und ein Bock tot im eigenen Blut: „Ein grauenhafter Anblick. So was habe ich noch nicht gesehen“, sagt Schäfer Hermann Hanssen aus Eddelak, der rund 60 Tiere auf der Weide laufen hatte. Die Tiere waren verstümmelt, Köpfe abgerissen, Ohren abgebissen. Ein Schlachtfeld. Weitere Mutterschafe waren gehetzt und zum Teil in die nahe Au getrieben worden. Insgesamt verlor der Schäfer fünf tragende Tiere, eines war so schwer verletzt, dass es später auf dem Hof eingeschläfert werden musste. Zudem ist ein Bock des Landwirt gerissen worden, der im Buchholzer Moor, unweit der Weide, seinen Hof hat. Den langfristigen Schaden, kann zurzeit noch keiner absehen. „Wie viele Schafe verwerfen, wissen wir erst in der Lammzeit“, erklärt Hermann Hanssen, der mit einem Schaden von 5000 Euro kalkuliert.

Was in der Nacht wirklich auf der Koppel geschehen ist – keiner kann es genau sagen. Auch nicht der Landwirt, der in der Nähe seinen Hof bewirtschaftet. „Er ist gegen 22.30 Uhr zu Bett gegangen. Bis dahin schien alles ruhig. Auch nachts hat er nichts gehört“, berichtet Hanssen. Erst am nächsten Morgen habe er die Tragödie gesehen. Sofort wurden Hanssen und die Polizei informiert.

Die Beamten ermitteln auch, ob eine Hundehalterin aus dem Kreis Steinburg verantwortlich ist. Diese hatte ihre beiden Hunde Montagabend als entlaufen gemeldet. Um die Täter zu ermitteln, wurden den Hunden, die inzwischen wohlbehalten zurück sind, DNA-Proben entnommen. Wolfsbetreuer Jens Matzen vom Wolfsinformationszentrum Schleswig-Holstein war vor Ort und hat zwei Kadaver mitgenommen. Seine erste Einschätzung: „Das war kein Wolf, alles deutet auf Hunde hin.“

Genau kann das aber nur die Analyse der DNA-Spuren klären. Ein Ergebnis wird erst in Wochen, vielleicht Monaten erwartet. Für den Schäfer ist diese Frage entscheidend: Dadurch wird geklärt, wer für den Schaden aufkommt.

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