Landwirtschaft anno dazumal : Schätze aus alter Zeit

Gemeinsam trennen sie die Spreu vom Weizen: Olaf Reese, Hauke Mehlert, Helmut Sievers und Werner Lahann (v.l.) mit betagten Eggen.
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Gemeinsam trennen sie die Spreu vom Weizen: Olaf Reese, Hauke Mehlert, Helmut Sievers und Werner Lahann (v.l.) mit betagten Eggen.

Amt Wilstermarsch kümmert sich in Ecklak um die landwirtschaftliche Sammlung des verstorbenen Oldendorfers Werner Sievers.

shz.de von
30. Juni 2018, 16:00 Uhr

„Der Anhänger da drüben ist auch noch voll.“ Hauke Mehlert weiß selbst noch nicht ganz genau, was er jetzt alles auf seinem Hof eingelagert hat. „Das geht quer durch die Haus- und Landwirtschaft.“ Bei dem Ecklaker Landwirt ist auf Grundlage einer Vereinbarung mit dem Amt Wilstermarsch die umfangreiche Sammlung landwirtschaftlicher Gerätschaften aller Art des verstorbenen Oldendorfer Ortschronisten Werner Sievers aber gut untergebracht. Gemeinsam mit Amtsvorsteher Helmut Sievers, Olaf Reese und Werner Lahann wurde erst einmal die Spreu vom Weizen getrennt.

Mit den Geräten hätte man vor hundert Jahren wohl gleich mehrere große Bauernhöfe gut ausstatten können. Zum Teil sind die Überbleibsel längst vergangener Zeiten noch ordentlich erhalten, in anderen Stücken tobt sich der Holzwurm aus. „Wenn einer im Dorf aufgeräumt hat, brachte er wohl alles erst einmal zu Werner Sievers“, weiß Olaf Reese und macht sich an einem hölzernen Wagenheber zu schaffen. „Das ist wohl der Vorläufer der Kreiselegge“, schätzt Helmut Sievers. Die Drehbewegung des Bodenbearbeitungsgeräts wurde ganz einfach mit einem auf einer Ecke liegenden Stein und der daraus folgenden Unwucht erzeugt.

Werner Sievers konnte noch zu jedem Stück seiner Sammlung eine Geschichte erzählen. Aufgeschrieben wurden sie leider nicht. Schon früh sorgte er aber dafür, dass die Zeugen der Vergangenheit der Nachwelt erhalten bleiben. Per Vertrag – damals noch mit dem früheren Amtsvorsteher Eggert Block – vermachte er das ganze Paket dem Amt Wilstermarsch. „Die Familie hatte kein Interesse daran“, so Helmut Sievers, der mit dem Stifter entfernt verwandt ist.

Ob Schwungpflug oder Rübenpflug – zur Auflockerung der Ackerkrume ist alles zum Teil gleich mehrfach vorhanden. Die guten Stücke sollen in jedem Fall erhalten bleiben. Für andere Teile würde man sich auch über Abnehmer freuen – sofern sie in gute Hände kommen. Was am Ende mit der dann durchsortierten und katalogisierten Sammlung passieren soll, ist noch offen. „Das war damals eben noch keine Wegwerfgesellschaft“, urteilt Olaf Reese über einen alten Pflug, der offensichtlich mit den Jahrzehnten immer mal Neuteile bekommen hatte.

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