Schachmatt im Holstein-Center

Endspiel im Stehen: Den früheren Landrat Burghard Rocke (l.) hielt es gegen Egbert Hengst nicht mehr auf dem Stuhl.
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Endspiel im Stehen: Den früheren Landrat Burghard Rocke (l.) hielt es gegen Egbert Hengst nicht mehr auf dem Stuhl.

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12. Januar 2015, 05:00 Uhr

Die Züge des Gegners erkennen, Gegenmittel finden und Eigeninitiative zeigen – und wenn nichts ausreicht, auch einmal mit einem Unentschieden zufrieden sein. „Das ist wie in der Politik“, sagte Siegfried Hansen, Kreistagsabgeordneter der Piratenpartei. Doch es ging um Schach: Sonnabend trat er im Prominenten-Spiel im Holstein-Center gegen Egbert Hengst an.

Mit dem Spitzenspieler des Itzehoer Schachvereins maßen sich zudem der Leiter des Polizeibezirkreviers, Thomas Körn, NDR-Journalist Jan Müller-Tischer, die Ratsherren Sönke Doll (SPD) und Ralph Busch (CDU), die Kreistagsabgeordneten Reinhold Wenzlaff (CDU) und Stefan Goronczy (FDP), Kreismuseums-Leiterin Anita Chmielewski sowie Manfred Kröger von den Lions, der ehemalige Landrat Burghard Rocke und Jannis Körn aus der Jugend des Schachvereins.

Gespielt wurde wieder simultan: Die Herausforderer saßen im Kreis an ihren Brettern, Hengst ging von Platz zu Platz und machte seinen Zug. Dabei hatte er genau wie seine Gegner eine Stunde Zeit. So kann ein Spiel maximal zwei Stunden dauern. Seit 2007 findet das Prominenten-Schach schon auf der Aktionsfläche im Holstein-Center statt, Jan Müller-
Tischer war jedes Mal dabei. „Ich habe noch nie gewonnen“, erzählte er. Diesmal sei er aber motiviert und „ganz entspannt“, auch eine Niederlage sportlich zu sehen. Eine Premiere war es dagegen für Anita Chmielewski. Sie hatte mit Moderator Ulrich Christ geübt, doch nach zehn Minuten befand sie sich bereits in einer kritischen Situation. Noch einmal zehn Minuten, da hatte Hengst die Museumsleiterin matt gesetzt.

Jannis Körn (14) versuchte Seite an Seite mit seinem Vater Thomas sein Glück gegen den Spitzenspieler. Beide glänzten durch einen sehr soliden Aufbau, dann übersah der Jugendliche etwas und verlor. In aussichtsloser Situation nach spannenden Spielen gaben auch Thomas Körn, Manfred Kröger, Jan Müller-Tischer und Stefan Goronczy auf. Keine Chance hatte ebenfalls Ralph Busch. Der Ratsherr zeigte sich dennoch zufrieden und will für das nächste Mal mit seinem Kollegen Sönke Doll üben. Ziel: ein Remis.

Das schaffte Doll schon jetzt, ebenso wie Siegfried Hansen und Reinhold Wenzlaff. Alle Partien wurden stark gespielt und hätten noch länger gedauert, daher die Einigung auf ein Remis. Damit war Hansen sehr zufrieden: Das letzte Mal habe er vor einem Jahr gespielt und am Vorabend noch einmal mit seinem Schachcomputer.

Wie jedes Jahr kämpfte Burghard Rocke bis zum Schluss, gab sich dann als Letzter geschlagen. „Er ist ein Phänomen“, lobte Rocke seinen Gegner. Der Spitzenspieler habe völlig zurecht gewonnen. Hengst selbst war besonders zufrieden, da das Siegen schwerer werde: „Die Gegner lernen dazu.“

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