Schach: Meister im königlichen Spiel

Spielen letztlich unentschieden:  Alexey Skrypkin  und Peter Magdorf (re.)
1 von 3
Spielen letztlich unentschieden: Alexey Skrypkin und Peter Magdorf (re.)

Avatar_shz von
26. August 2011, 08:27 Uhr

Glückstadt | Die Stille ist angespannt. Sie wird nur durch das leise Ticken der Uhren unterbrochen. Hände schnellen über das Schachbrett, setzen Figuren, um schon Sekunden später den Knopf der Uhr zu drücken. Zeit ist entscheidend, denn jeder Spieler hat eine halbe Stunde pro Partie. Eine Zeit, die ausreichend ist für die guten Spieler, zu kurz aber für die schlechteren.

Jonathan Carlstedt ist einer, der Schach spielen kann. Der 20-Jährige beherrscht Feinheiten, er hat den Überblick. Es sieht fast mühelos aus, wie der Internationale Meister seine Gegner überspielt. Nach neun Runden genießt der Spieler vom Schachklub Marmsdorf den Sieg. 300 Euro und ein Pokal, die Bürgermeister Gerhard Blasberg später überreicht, sind der Lohn.

Die 20. Offene Glückstädter Stadtmeisterschaft im Wasmer-Palais: Viele hochkarätigen Schachspieler aus vier nordischen Bundesländern zeigen ihr Können. Unter den 62 Schachspieler sind fünf Frauen und mehrere Jugendliche. Zwei Tage kämpfen sie verbissen um jeden einzelnen Punkt. Es locken Preisgelder von insgesamt 975 Euro und viele Sachpreise. Möglich auch, weil ein Glückstädter allein 800 Euro spendete und sich viele Geschäftsleute freigiebig zeigten.

"Die Konkurrenz ist groß", freut sich auch Organisator und Schiedsrichter Stephan Harnau. Das zeigt ihm: Das Turnier in Glückstadt hat einen Namen in der Schachszene. Zufrieden ist er auch mit dem Verlauf: "Harmonisch."

Dass sehen auch die Spieler so. Neben den anstrengenden Partien genießen sie auch die Pausen im Innenhof vor dem Palais. Großes Lob bekommt der Kartoffelsalat. Der Schuss Gurkenwasser scheint das Geheimnis zu sein. Denn die Glückstädter Spielerin Hilke Jessen verrät die Zutaten ihres Salates, den sie für die Spieler gemacht hat. Die 56-Jährige spielt und freut sich nicht nur über das Lob über ihre Kochkünste, sondern auch über den Preis, den sie als beste Dame erhält. Außerdem ist sie mit fünf Punkten auch noch die beste Glückstädter Spielerin. Auch wenn Vereinskollege Peter Magdorf ebenso viele Punkte hat, so hat er doch die schlechtere Wertung.

Freude herrscht bei Alexey Skrypkin vom Itzehoer Schachklub. Es ist sein erstes Turnier bei den Glückstädter Stadtmeisterschaften. Weil er noch nicht lange spielt, hat er nur eine durchschnittliche Wertungszahl. Trotzdem lässt er in der Siegertabelle so einige hinter sich, die mit einer weitaus höheren Spielstärke - zumindest nach offizieller Liste - aufwarten können. Er ist auf Platz 28.

Was Stephan Harnau und sein Schiedsrichterkollege Claus Scheller feststellen, ist mittlerweile ein fester Bestandteil der offenen Glückstädter Stadtmeisterschaften: Es scheint jedes Jahr die Sonne, wenn die Mitglieder des Schachclubs ihr Turnier ausrichten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen