Feuernachlese : SAVA muss Gutachten vorlegen

Ein Feuer in einer Schredderanlage löste einen Großeinsatz aus.
Ein Feuer in einer Schredderanlage löste einen Großeinsatz aus.

Brunsbütteler Bauausschuss befasst sich mit Brand in der Sondermüll-Verbrennungsanlage vor zwei Wochen.

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16. Oktober 2013, 19:00 Uhr

Als am 30. September eine große Rauchwolke von der Sonderabfallverbrennungsanlage (SAVA) aus dem Industriegebiet bis nach Brunsbüttel-Ort zog, hatte das einen Großeinsatz zur Folge. Weil zunächst nicht klar war, ob die Wolke gefährlich ist, wurden vorübergehend der Fähr- und der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal eingestellt und Straßen gesperrt. Am Dienstagabend befasste sich der Bau- und Umweltausschuss der Stadt mit dem Vorfall – ohne Öffentlichkeit.

„Wir haben nichts zu verbergen“, betonte Ausschussvorsitzender Michael Kunkowski (CDU) gestern gegenüber unserer Zeitung. Aber es seien sensible Dinge wie Einsatzstärken auf den Tisch gekommen. Deshalb sei vorab mit den Vertretern von Feuerwehr, Werksfeuerwehr und der Brunsbütteler Polizeispitze Vertraulichkeit vereinbart worden.

„Für uns war wichtig, dass Messungen ergeben haben, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der Bevölkerung bestanden hat“, fasste Kunkowski das Gespräch zusammen. Die Rauchwolke entstand offenbar durch in Brand geratene Hydraulikflüssigkeit. Auch das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) habe erklärt, es sei alles einwandfrei gelaufen.

Dennoch fordert das LLUR von der SAVA jetzt ein Gutachten. Das, so Behördensprecher Martin Schmidt, sei ein üblicher Vorgang. Ein Brandexperte war bereits im Auftrag der Behörde vor Ort. Gefragt werde unter anderem, ob es Verbesserungsmöglichkeiten gebe, etwa ob genügend für die Sicherheit getan werde. Auch das Funktionieren der Alarmkette werde hinterfragt. Hier sieht zumindest Michael Kunkowski Optimierungsbedarf in der Kommunikation. „Es gibt noch das eine oder andere Zahnrad, das nicht ineinander greift.“

Bürgermeister Stefan Mohrdieck ließ gegenüber unserer Zeitung durchblicken, dass er sich in Zukunft von der SAVA-Geschäftsführung mehr Transparenz erhoffe. Sonst werde in der Bevölkerung schnell das Gefühl geweckt, etwas solle vertuscht werden. Sobald das Gutachten vorliege, werde es in den zuständigen Gremien der Stadt behandelt, kündigt Mohrdieck weiter an.

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