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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 06:58 Uhr

Sauberes Wasser dank Diamanten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Unternehmen Condias präsentiert sich auf Einladung des Bundespräsidenten bei Woche der Umwelt in Berlin

von
erstellt am 16.Jun.2016 | 05:00 Uhr

Zunächst ist das Wasser tiefblau. Reichlich Farbstoff simuliert Verschmutzung. Doch das ändert sich schnell: In einem Zylinder strömt das Wasser an diamantbeschichteten Elektroden vorbei – bald darauf ist es wieder klar. Die Firma Condias aus der Fraunhoferstraße ist mit ihrem Produkt Marktführer. Gerade präsentierte sie sich bei der Woche der Umwelt, die Bundespräsident Joachim Gauck sowie die Bundesstiftung Umwelt am Schloss Bellevue veranstalteten.

Condias war schon bei der vorigen Auflage der Woche der Umwelt im Jahr 2012 dabei, jetzt wieder. Knapp 200 Projekte wurden präsentiert, für die dreifache Menge hatte es Bewerbungen gegeben. „Man musste etwas Besonderes zu bieten haben“, sagt Condias-Geschäftsführer Volker Hollinder. Vor vier Jahren zeigte das Itzehoer Unternehmen die Reinigung von Industrieabwasser, jetzt beteiligte es sich mit einem Miniaturformat: Desinfektionsmodulen, die zum Beispiel in der Großgastronomie eingesetzt werden können. Ob es nun um Bakterien, Viren oder Pilze geht – „wir können Wasser behandeln und desinfizieren ohne jede Form von Chemie“, sagt Hollinder. Die Diamantelektroden spalten das Wasser in freie Radikale, diese wiederum binden die unerwünschten Stoffe in Kohlendioxid, das dann entweicht.

Das Ballastwasser von Schiffen zu reinigen, machte einmal ein Viertel des Condias-Geschäfts aus. Doch das sei nahezu zusammengebrochen, weil die Verpflichtung zu den Grenzwerten immer noch nicht in Kraft sei, erklärt Hollinder. So setzte das Unternehmen auf andere Standbeine wie die Desinfektion von Wasser oder auch diamantbeschichtete Dichtungen, „unser stabilstes Geschäft“. Mit 15 Prozent Wachstum im Jahr trage es dazu bei, dass der Umsatz sich Richtung vier Millionen Euro bewegt. Zudem schaut Condias mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) verstärkt nach China. Die Auflagen dort seien extrem gestiegen, die Regierung setze viel Geld ein, so Hollinder. „Das ist unsere Möglichkeit.“ Gerade erst war er mit einer Delegation um Ministerpräsident Torsten Albig wieder in China.

„Je schwieriger die Aufgabe ist, umso mehr sind wir mit unseren Lösungen gefordert“, betont der Geschäftsführer. Diese zu entwickeln oder überhaupt erst einen Auftraggeber zu überzeugen, dauere seine Zeit – aber dann sei es ein nachhaltiger Kontakt. Große Partner in der Industrie hat Condias bereits, wesentliche Grundlagen für weitere Verträge seien gelegt. Und damit für weiteres Wachstum des 25 Mitarbeiter starken Unternehmens, das der jetzt für Technologie und Innovation zuständige Thorsten Matthée sowie Vertriebschef Matthias Fryda vor 15 Jahren gründeten. In den Firmenräumen gebe es genügend Ausbaureserve, sagt Hollinder.

Auf dem Weg nach oben seien Veranstaltungen wie die Woche der Umwelt hilfreich, um sich als kleines Unternehmen über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen, so der Geschäftsführer. Das habe gut funktioniert, viele namhafte Besucher seien gekommen. Die Kontakte würden nun vertieft: „Das Netzwerk entwickelt sich.“

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