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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 16:15 Uhr

Itzehoe : Satter Sound und sanfte Klänge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gelungenes Weihnachtskonzert des Sophie-Scholl-Gymnasiums in ausverkaufter St. Laurentii-Kirche.

Den Höhepunkt gab es zum Schluss: Ziemlich genau 600 Kehlen (mehr waren feuerpolizeilich nicht zugelassen) schmetterten „O du fröhliche“ in das kerzenbeleuchtete Schiff der St. Laurentii-Kirche, zünftig begleitet – nein, nicht von der Orgel! – von der Big Band und dem Orchester des Sophie-Scholl-Gymnasiums. Das hatte zu seinem mittlerweile achten Weihnachtskonzert eingeladen, „eine unserer besten Traditionen“, wie Schulleiterin Angelika Hartmann bei ihrer Begrüßung betonte. Allerdings: Weit mehr als die letztlich 600 Eingelassenen wollten das Konzert hören. Der Ausverkauf der Karten führte im Vorfeld zu manch unschöner Reaktion.

Die vier Musik-Ensembles des Gymnasiums ließen dieses unweihnachtliche Vorspiel schnell vergessen. Das Orchester unter der Leitung von Sandra Buschmann gab mit der „Pastorale“ aus dem Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli die Stimmung und den Weg vor, den die Kleinsten der Schule, der „Smartchor“, mit dem weihnachtlichen Evergreen „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ fortsetzten. Sandra Palm hatte mit den 25 Mädchen und vier Jungen Stücke einstudiert, die die weihnachtliche Seele zum Schwingen bringen. Die Jüngsten reagierten mit einem ansteckenden Strahlen auf den donnernden Applaus bei jedem ihrer drei Auftritte. Und der unüberhörbare Stimmbruch-Kiekser aus diesem Chor bildete eine herzerwärmende Zugabe; das zeigt, wie der Eifer noch einmal zusätzlich angestachelt wird, wenn das Publikum die erhebende Stimmung zurückspiegelt.

Und es weist auch auf die Entwicklung an einer Schule hin: Aus den Kleinen werden die Großen. Erst „Smartchor“, dann „Hardchor“. 50 junge Damen und eine Handvoll Männerstimmen dirigierte Thomas Neumann vom Flügel aus. Dessen Pedal hatte bei der Probe gestreikt, ein Beispiel für die vielen hundert Kleinigkeiten, die vor einem Konzert hinter den Kulissen noch „nebenbei“ zu organisieren sind. Deswegen kann die Anstrengung der 150 Mitwirkenden (die am Folgetag sogar eine Stunde später zur Schule kommen dürfen) nicht hoch genug gelobt werden, in der unruhigen vorweihnachtlichen Zeit an der Schule ein solches Großereignis auf die Beine zu stellen.

Doch zurück zum „HardChor“: Bei „Under The Wintermoon“ sangen sie so sanft, dass sich Eichendorffs Weihnachtsverse ins Kirchenschiff einschlichen: „Aus des Schnees Einsamkeit/Steigt’s wie wunderbares Singen“. Wie hatte es Pastorin Wiebke Bähnk als Gastgeberin eingangs ausgedrückt? Musik sei ein „Vorschein der Ewigkeit“.

Zu diesen weihnachtlichen Gefühlen gesellte sich ganz locker der Spaß am Spielen. Dafür sorgten Reinhard Koch und seine SSG-Bigband. Satter Sound und solistische Bravourstückchen, zum Beispiel bei „Silent Night“, sorgten für das fröhliche Weihnachten. Aber auch hier hatten die Kleinsten ein Tönchen mitzusingen. Mit dem groovigen Rhythmus bei „African Noel“ brachte der „Smartchor“ sein Publikum zum Mitmachen.

Fazit: nicht enden wollender Beifall, auch im Stehen, für diese gekonnte Mischung aus Klassikern und neuen Arrangements, für das weit über ein zu erwartendes Maß hinausgehende Engagement und die musikalische Kreativität der vier SSG-Ensembles.


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