zur Navigation springen

Chem-Coast-Park Brunsbüttel : Sasol braucht Spielraum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Chemiewerk möchte Flächen für die zukünftige Entwicklung in Brunsbüttel überplanen.

Sasol wünscht sich mehr Planungssicherheit für den Brunsbütteler Standort. Bereits im August hatte sich die Sasol Germany GmbH mit einem Schreiben an das Bauamt der Stadt gewandt. In diesem stellte sie den Antrag auf Ausstellung eines Bebauungsplans für eine rund 10,4 Hektar große und derzeit nicht überplante Fläche zwischen der Justus-von-Liebig-Straße, dem Sasol-Gelände, dem Tanklager und dem Hosenburger Fleet. Im Zusammenhang mit einem Konzept zur baulichen Entwicklung der Freifläche strebt das Unternehmen zudem eine Überarbeitung der angrenzenden planungsrechtlichen Bebauungspläne an, die sich auf das Unternehmen beziehen. „Wir möchten die Flächen planungsrechtlich als Industriegebiet absichern, um in Zukunft für mögliche Betriebserweiterungen gewappnet zu sein“, betonte Sasol-Werkleiter Kay Luttmann am Dienstagabend im Bauausschuss.

„Es gibt bislang keine konkreten Pläne für eine Betriebserweiterung, jedoch könnten wir uns schon vorstellen, irgendwann einmal unser Tanklager um den Bereich der bisherigen Freifläche zu erweitern“, nannte Luttmann eine Nutzungsmöglichkeit. Im Werk wird bereits seit Jahren kräftig in die die Produktionserweiterung investiert.

Die Befürchtung des SPD-Ratsherrn Wilhelm Malerius, dass dort eventuell gefährliche Stoffe eingelagert werden könnten, wies das Unternehmen zurück. „Wir stellen weder unsere Produktion um, noch erzeugen wir neue Produkte, sodass wir mit anderen Stoffen als den bisherigen auf dem Werksgelände umgehen“, erläuterte Rüdiger Pohl (Sasol). Eine Überarbeitung des Bebauungsplans Nr. 25, für das etwa 55,23 Hektar große Gelände sei unter anderem notwendig, da eine neue Straße auf dem Werksgelände in Richtung der Westerbütteler Straße geplant sei. Ferner sollen in etwa zwei Jahren alte Werkstätten und Lagerhallen nicht nur ersetzt, sondern auch räumlich auf dem Betriebsgelände verlagert werden. „Bei allen Maßnahmen und baulichen Veränderungen sind wir an die Einhaltung von Emissionsrichtlinien zum Lärmschutz als auch an Sicherheitsabstände zur Wohnbebauung gebunden“, betonte Rüdiger Pohl.

Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, die Ausstellung eines Bebauungsplans sowie die Änderungen für die bestehenden B-Pläne auf den Weg zu bringen.

Die Einwohnerfragestunde hatte Werkleiter Kay Luttmann zuvor genutzt, um die Stadt zu ermuntern, mehr Bauplätze zur Verfügung zu stellen. „Pro Jahr stellen wir rund 50 neue Mitarbeiter ein. Viele davon würden gerne in Brunsbüttel bauen, weichen dann jedoch aufgrund fehlender Bauflächen auf St. Michaelisdonn oder den Bereich rund um Marne aus, was eigentlich sehr schade ist“, so Luttmann.

Bauamtsleiterin Astrid Gassen sah hierfür keine Notwendigkeit. Ganz anderer Meinung waren hingegen einige Ausschussmitglieder, die sich in der Äußerung des Sasol-Werkleiters in ihren Forderungen nach einer schnelleren und umfangreicheren Ausweisung von Bauflächen bestätigt sahen. „Ich predige schon seit Langem, dass wir dringend mehr Bauflächen erschließen müssen“, sagte beispielsweise Wilhelm Malerius.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen