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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 02:22 Uhr

Richtfest : Sasol baut auf Wachstum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hochreine Tonerden sind am Weltmarkt gefragt. Das Brunsbütteler Werk von Sasol weitet Produktionskapazitäten deutlich aus, investiert insgesamt 100 Millionen Euro.

Eine 100-Millionen-Investition im Brunsbütteler Sasol-Werk nähert sich der Vollendung. Gestern wurde Richtfest gefeiert für eine 1800 Quadratmeter große Produktionshalle, die im Sommer in Betrieb genommen werden soll. Dann wird auch der Neubau der Werksfeuerwehr fertig sein. Dann sind die Arbeiten auf insgesamt fünf Baustellen beendet. Und klappt alles wie geplant, dann stehen in den nächsten Jahren weitere Investitionen in einer Größenordnung von rund 50 Millionen Euro im Werk an der Fritz-Staiger -Straße an.

Hintergrund für das große Engagement des südafrikanischen Konzerns Sasol Olefins & Surfactants (O&S) an seinem Brunsbütteler Standort ist der wachsende Markt für besondere hochreine Tonerden. Die finden beispielsweise Verwendung bei der Herstellung von LEDs. Auch als Chemie- und Raffineriekatalysatoren werden solche speziellen Tonerden benötigt. Weltweit habe sich Sasol in Brunsbüttel in dieser Sparte einen Technologievorsprung erarbeitet, betont Werkleiter Dr. Kay Luttmann. Vor diesem Hintergrund ist eine Kapazitätsausweitung unverzichtbar. So wird die Produktion von Tonerdeformkörpern mit 4000 Tonnen im Jahr mehr als verdoppelt. Und die Herstellung von Katalysatorträgern wächst auf 3000 Tonnen jährlich. Beide Anlagen werden in der neuen Halle untergebracht.

Das Know how für diese Prozesse ist zudem Made in Brunsbüttel. Ein im Zuge der Gesamtinvestition errichtetes neues Technikum bietet der werkseigenen Forschungsabteilung Raum. Insgesamt sind rund 100 der zurzeit 570 Mitarbeiter im Laborbereich beschäftigt. Ein Ende des Booms von Tonerden gilt derzeit nicht als absehbar.

Die Investition in der Schleusenstadt kommt auch Unternehmen aus der Region zugute. Etwa die Hälfte der Gesamtsumme, so Luttmann, fließe in die regionale Wirtschaft. So hat die Kremper Stahlbaufirma Butzkies die 61 Meter lange, 30 Meter breite und 28 Meter hohe Halle in zehn Wochen errichtet. Die Firma hat 1200 Tonnen Stahl verbaut, 5000 Quadratmeter Gitterroste verlegt und einen Kilometer Geländer eingebaut. Das Gebäude ruht auf insgesamt 414 je 23 Meter langen Betonpfählen. Baubeginn war im März vorigen Jahres, bereits Ende Dezember waren die Außenwände verkleidet und das Dach gedeckt. Die ersten großen Anlagenteile sind zuvor schon installiert worden.

Nicht nur bei Sasol war gestern die Freude über die Fertigstellung dieser zukünftigen Produktionsstätte groß. Auch Bürgermeister Stefan Mohrdieck zeigte sich begeistert von der großen Investition des Mutterkonzerns in der Schleusenstadt. „Das können wir gut ab, Brunsbüttel steht mal nicht mit Negativschlagzeilen auf Seite 1.“ Solche Investitionen seien „ein Beweis, dass das Unternehmen an den Standort glaubt“. Sasol O&S wird nach Inbetriebnahme der neuen Anlagenteile um 30 auf 600 Mitarbeiter wachsen – und ist damit ein ganz wichtiger Arbeitgeber im ChemCoast Park. Zu Luttmann sagte Mohrdieck: „Der Erfolg, den Sie sich hier versprechen, ist auch das, was wir uns versprechen.“ Erfreut äußerte sich der Bürgermeister über die große Beteiligung von Firmen aus der Region an den Bauvorhaben bei Sasol. Dies sei ein ganz wichtiger Schritt, machte er deutlich, und sorge dafür dass „die Wertschöpfungskette brummt“.

 

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erstellt am 18.Jan.2014 | 08:15 Uhr

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