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Alte Westbank : Sanierung mit Überraschungen: Auferstehung eines Schmuckstücks

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Gebäude sollte abgerissen werden, jetzt wird es ein Schmuckstück: Mit viel Liebe zum Detail wird die Alte Westbank in Itzehoe saniert. An der Fassade tauchen überraschende Verzierungen auf.

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erstellt am 23.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Noch verdeckt das Gerüst mit der grünen Plane die Fassade der Alten Westbank in der Breiten Straße – doch nächste Woche soll es abgebaut werden. Dann wird der Blick frei auf einige Überraschungen, die im Zuge der Fassadensanierung ans Tageslicht kamen. „Ich habe selbst gestaunt“, sagte Eigentümer Martin Dethlefsen gestern, als er mit Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und Beate von Malottky von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises die Baustelle besichtigte.

Unter einer dicken schwarzen Masse kamen Simse aus glänzend grünen und rotbraunen Steinen zum Vorschein. Über den Rundbogen-Fenstern wurde ein altes Mosaik, das Ranken aus Eichenblättern zeigt, wieder freigelegt, am Erker tauchten unter dicken Farbschichten wunderschöne Verzierungen auf. Auch ockerfarbene Putzflächen zwischen den Steinen wurden originalgetreu wieder hergestellt. Sogar das Dach zur Breiten Straße hin konnte nach historischem Vorbild eingedeckt werden, weil Martin Dethlefsen zwischen dem Dämm-Material eine einzelne alte Dachpfanne fand.

„Man kann jetzt schon sehen, dass das Gebäude am Ende nicht wiederzuerkennen sein wird“, sagte Koeppen. „Es ist eine Art Wiederauferstehung.“ Das Haus sei eine „todgeweihte Ruine“ gewesen, der Abriss praktisch schon beschlossen. Nun entstehe daraus ein neues Schmuckstück. Besonders freut sich der Bürgermeister, dass auch der Anblick vom Theater aus wieder schier ist. Er sei „Wahnsinn“, mit wie viel Liebe zum Detail das Haus gebaut wurde – und dass es mit ebensolcher saniert werde. Das i-Tüpfelchen wäre, wenn sich auch direkt nebenan etwas täte und man „in Bälde auch die Wiederauferstehung des Hertie-Hauses“ feiern könnte.

„Ich bin sehr froh, dass es so gelaufen ist“, sagte auch Beate von Malottky. „Durch das Engagement des Eigentümers wird Itzehoe ein wichtiger Baustein der Stadt wiedergegeben.“

Dass mit jedem Fundstück Zusatzkosten einher gingen, nimmt Dethlefsen gerne in Kauf. „Ich will es möglichst so herstellen, wie es einmal ausgesehen hat“, sagte er. Zwar habe er sich hin und wieder mit dem Denkmalschutz „fetzen“ müssen, doch man habe immer eine Lösung gefunden. Die Zusammenarbeit sei gut – genau wie mit dem städtischen Bauamt. Selbst vom Eigentümer des maroden Nachbargebäudes gab es Unterstützung.

Bis Mieter einziehen, werden noch Monate vergehen. Interessenten gab es schon, konkret ist noch nichts. Vielleicht erfüllt sich also auch noch Koeppens Wunsch nach einem Kulturcafé, das die direkte Nähe zum Theater nutzt. „Das wäre eine super Verbindung.“

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