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Industriedenkmal : Sanierung der Schleuse rückt näher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Historisches Bauwerk bei Wilster soll instand gesetzt und mit einem Entlastungs-Schöpfwerk ausgestattet werden.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2016 | 17:23 Uhr

Der erste Bauabschnitt liegt 13 Jahre zurück. Die ersten Gespräche über einen Fortgang der Sanierung der Schleuse Kasenort gab es vor neun Jahren. Jetzt kommt endlich wieder Bewegung in das Projekt. Noch in diesem Jahr soll die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen. Im nächsten Jahr könnte der Startschuss für den Bau eines Schöpfwerks fallen, in den beiden Folgejahren würde dann die Schleuse umfassend saniert. „Das war ein langer Weg“, hatte Roman Stöckmann vom Bauamt des Amtes Wilstermarsch bereits auf einer Sitzung des Bauausschusses festgestellt. Am Ende steht aber ein doppelter Erfolg: Es gibt nicht nur die langersehnte Schleusensanierung, sondern mit dem Schöpfwerk auch einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz.

Für die Realisierung nimmt die Stadt Wilster eine Menge Geld in die Hand. Kalkuliert wird für die Sanierung mit Ausgaben von 1,35 Millionen Euro. Dem stehen allerdings auch Zuschüsse in erheblichem Umfang gegenüber. Unterm Strich wird der erforderliche städtische Eigenanteil mit rund 560  000 Euro angegeben. Angesicht der chronisch leeren Stadtkasse bleibt das ein finanzieller Kraftakt. Zur Finanzierung hat die Stadt daher den für 120  000 Euro geplanten Rückbau des Regenrückhaltebeckens erst einmal auf das Jahr 2017 verschoben. Zudem hofft man zur Reduzierung des Eigenanteils auch auf Städtebauförderungsmittel in Höhe von 150  000 Euro. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung hat die Ratsversammlung zuletzt grünes Licht für das Vorhaben gegeben.

Vor den Kommunalpolitikern wie wenig später auch vor den Mitgliedern des Fördervereins Wilster Au und Schleuse machte Roman Stöckmann deutlich, wie schwierig es ist, mit der Schleuse an lukrative Fördertöpfe heranzukommen, weil die Einrichtung durch fast alle gängigen Raster fällt. So lasse sich das Bauwerk nur schlecht in den förderträchtigen Bereichen Energie und Tourismus einordnen. Jetzt hofft man auf ein Förderprogramm, mit dem der Erhalt kulturellen Erbes unterstützt wird. Dabei setzt man ganz auf eine Doppelplanung: den Einbau moderner Technik bei gleichzeitigem Erhalt eines Industriedenkmals. Der Vorteil ist: Ein Umlaufkanal in dem unter Denkmalschutz stehenden Schleusengebäude kann in ein Schöpfwerk verwandelt werden.

„Wir haben ein halbes Jahr gebraucht, um dafür die komplizierten Antragsunterlagen fertigzustellen“, wies Stöckmann auf den enormen Aufwand hin. Für beide Projekte zusammen sind nun 2,25 Millionen Euro beantragt worden. Voraussetzung war allerdings dabei, dass die Stadt Wilster und der zuständige Wasserverband an einem Strang ziehen. Auf Antwort auf den Förderantrag hofft man bis zum Spätsommer.

Wie dringend die Schleusensanierung ist, machte der Vorsitzende des Fördervereins, Reinhard Bunge, auf der Jahresversammlung noch einmal deutlich. „Wir beobachten den Verfall mit großer Sorge.“ So seien die schlechten Zustände an dem Bauwerk inzwischen für jeden deutlich sichtbar. „Große Wassermassen können ungehindert durch das verschlossene Tür fließen.“ Schon vor sechs Jahren habe der Förderverein angeboten, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an den Kosten für eine Sanierung zu beteiligen. Mit einem festen Betrag sei dann ein Jahr später wenigstens die Sanierungsplanung angestoßen worden. Immerhin, so Bunge, lägen inzwischen alle Planungen baureif in der Schublade. „Wir hoffen nun, dass auch durch die Beteiligung des Deich- und Hauptsielverbandes und mit dem Bau des Entlastungs-Schöpfwerks die Kosten für eine Sanierung soweit gesenkt werden können, dass eine Sanierung bald möglich ist. Bunge kündigte die weitere Bereitschaft des Fördervereins für finanzielle Unterstützung an.

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