Kirche in Münsterdorf : Saniertes Kreuz prangt wieder auf St. Ansgar-Turm

Befestigten das Turmkreuz an der St.-Anschar-Kirche: Klempnergeselle Mario Kirchner (l.) und Dachdeckermeister Kay Meirowski (r.) – Dachdeckermeister Stefan Kadow (hinten, l.) und Architekt Kai Voß beobachteten die Arbeiten.
Befestigten das Turmkreuz an der St.-Anschar-Kirche: Klempnergeselle Mario Kirchner (l.) und Dachdeckermeister Kay Meirowski (r.) – Dachdeckermeister Stefan Kadow (hinten, l.) und Architekt Kai Voß beobachteten die Arbeiten.

Neu beschichtetes Schmiedewerk befestigt. Einrüstung des Gotteshauses noch bis September.

shz.de von
12. August 2017, 18:05 Uhr

„Ein schöner Moment, darauf habe ich hingearbeitet“, sagte der Itzehoer Architekt Kai Voß beim Anblick des Turmkreuzes auf der St.-Anschar-Kirche. Gerade hatten Dachdeckermeister Kai Meirowski und Klempnergeselle Mario Kirchner die Schmiedearbeit auf der Turmspitze des Gotteshauses befestigt. „Ohne Probleme“, wie Kai Meirowski heraus stellte. Weder er noch sein Kollege hatten vorher eine solche Tätigkeit zu erledigen gehabt. Kein Wunder: Auf der Münsterdorfer Kirche erfolgte so eine Befestigung seit 1871/72 erst zum dritten Mal.

Abgenommen worden war das Turmkreuz im Zuge der Sanierungsarbeiten, die im Mai begannen. Der Dägelinger Metallbaubetrieb Karlheinz Lappe nahm dann die Neubeschichtung vor. Zwischenzeitlich hatten Handwerker der Itzehoer Dachdeckerfirma Karl-Heinz Braasch erforderliche Abbruch-, Schalungs- und Klempnerarbeiten ausgeführt, ehe Kräfte der Zimmerei Sönke Sievers aus Krummendiek die Holzkonstruktion der Kirchturmspitze so instand setzten, dass sie zur stabilen Basis für das Turmkreuz werden konnte.

Auch wenn das im Mai aufgestellte Gerüst derzeit nur einen unvollständigen Blick auf das Turmkreuz mit seiner vergoldeten Turmkugel zulässt, so ist die Einschränkung nur noch von kurzer Dauer. „Das Gerüst wird in den nächsten Tagen bis zum Glockenstuhl hin zurückgebaut und bleibt nur in den unteren Lagen für weitere Arbeiten am Mauerwerk des Turmes bestehen“, betonte Voß. Der Grund für diese Maßnahme begründet sich in der Tatsache, dass die Dachdeckerei Clasen aus Halstenbek die erforderliche Zahl von rund 3000 Schiefersteine bereits am Turm befestigt hat – verarbeitet hatten die Schieferdecker blaugraue spanische und purpurfarbene walisische Steine in besonderer Form als Stumpfwinkel- und Schrägortsteine. Zu sehen sein werden sie in ihrer ganzen Pracht, sobald der Rückbau erfolgt ist.

Freien Blick auf den ganzen Turm sollen die Münsterdorfer spätestens am Tag des Erntedankfestes haben, denn am 1. Oktober soll der Abschluss der gesamten Sanierungsmaßnahme gefeiert werden. Kai Voß freut das: „Wie die örtliche Gemeinde hinter ihrer Kirche steht, ist beachtlich. Für mich zeugt das von einer großen Identifikation der Menschen für das Gebäude.“

Kirchengemeinderatsmitglied Elfriede Piekuszewski war bei der Aktion in 30 Meter Höhe ebenfalls mit dabei. Sie bemerkte nach der Platzierung des Turmkreuzes an der vorgesehenen Stelle: „Wir hoffen, dass unser Herrgott es noch lange stehen lässt.“

Nach derzeitigem Stand betragen die Gesamtkosten für die Turmsanierung rund 290  000 Euro.

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