Sanfte Hilfe für Vierbeiner

Wirbel am richtigen Platz? Terrier-Hündin 'Betty' bei der Behandlung.
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Wirbel am richtigen Platz? Terrier-Hündin "Betty" bei der Behandlung.

Jocelyne Biercher aus Burg behandelt Menschen und Tiere / Eigene Therapie-Methode entwickelt

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15. Oktober 2011, 08:04 Uhr

Burg | Borderterrier "Betty" hatte keinen gelungenen Start ins Leben. Mit neun Wochen wurde die Hündin gebissen. Ihr Hinterbein war gelähmt, die Prognose niederschmetternd. Heute ist "Betty" sieben Jahre alt - und treibt als kleiner Wirbelwind ihr Frauchen Kornelia Greve aus Wacken manchmal fast in den Wahnsinn. Dass "Betty" heute über die Wiese fetzen kann, ist einer Gemeinschafts arbeit zu verdanken - vom Tierarzt über die Besitzer bis zur Tierheilpraktikerin arbeiteten alle Hand in Hand. Auch Jocelyne Biercher gehört dazu. Die Burgerin ist Tierheiltherapeutin. Durch die unfallbedingte Fehlstellung und Schonhaltung kommt es bei "Betty" zu Verschiebungen und Blockaden. Jocelyne Biercher löst sie durch eine Art Massage.

Inzwischen seien solche Behand lungen weiter verbreitet, sagt Kornelia Greve. "Damals, als Betty den Unfall hatte, haben wir händeringend nach jemandem gesucht, der das macht. Da war das Angebot noch mau."

Jocelyne Biercher ist als Diplomsportlehrerin und naturheilkundliche Sporttherapeutin eigentlich für die Behandlung von Zweibeinern zuständig. Doch dann hatte sie einen Patienten, der "immer schief war". Es stellte sich heraus, dass er reitet. "Da habe ich gesagt, dass ich mir auch das Pferd anschauen muss", erzählt die 64-Jährige. Denn oft bedingen sich Pferd und Reiter in ihren Problemen gegenseitig - viele Probleme des Bewegungsapparates bei Pferden werden durch das Reiten verursacht.

Jocelyne Biercher fuchste sich in das Thema hinein, beschäftigte sich eingehend mit der Anatomie von Tieren - und entwickelte die SMT-Tierheiltherapie. Seit acht Jahren behandelt sie neben Menschen, die nach wie vor ihre Haupt-Kunden sind, auch Tiere - und bildet inzwischen sogar in der SMT-Methode aus. Gerade gehören zum Beispiel Hundetrainerin Silvia Klüppelberg aus Hohenlockstedt und Tierheilpraktikerin Katja Brandt zu ihren Schülern. Interessiert schauen sie zu, wie die 64-Jährige gemeinsam mit Ehemann Klaus (ebenfalls SMT-Tiertherapeut) "Chap", das Pferd von Kornelia Greves Tochter Stefanie, behandelt. Es hat sich ein paar Wirbel verschoben, als er bei einer Rangelei in der Herde zu Fall kam.

Pferde sprechen "supergut" auf die Behandlung an, erklärt Jocelyne Biercher. Hunde ebenfalls. Etwas schwieriger sei es bei Katzen. Doch selbst Kaninchen hat die Burgerin schon behandelt. Die Patienten kommen aus ganz Schleswig-Holstein. Und egal, ob sie groß oder klein sind - "ich habe keine Berührungsängste". Sie habe schon immer Tiere gehabt, sei früher selbst geritten, erzählt sie. Wichtig sei es, den Tieren Zeit zu lassen, Kontakt zu ihnen aufzubauen.

Wenn sie an die Grenzen ihrer Behandlung stößt, schickt Jocelyne Biercher ihre Patienten zum Tierarzt. "Wir haben zu allen Tierärzten in der Region guten Kontakt. Die Zusammenarbeit ist traumhaft", freut sie sich.

Ob Zwei- oder Vierbeiner die besseren Patienten sind? "Für mich sind beide gleich", sagt Jocelyne Biercher. Das Schöne sei, ihnen zu helfen. "Es ist Berufung, es ist Freude, es ist alles. Ich lieben meinen Beruf."

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