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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 05:18 Uhr

Sammelaktion bringt 885 Euro

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist mit Ergebnis zufrieden / Genug Mitstreiter auch ohne Bundeswehr-Soldaten

Auch mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist den Menschen in Wilster die Pflege der Kriegsgräber im Ausland immer noch wichtig. Das beweist das Ergebnis einer Sammelaktion gestern im Stadtgebiet. Am Ende wurden genau 885 Euro aus den Sammelbüchsen geholt. „Angesichts der derzeitigen Umstände ist das ein sehr ordentliches Ergebnis“, findet Bürgermeister Walter Schulz. Unter der Regie von Kreispräsident Peter Labendowicz als örtlichem Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge waren insgesamt neun Sammler drei Stunden lang in der Innenstadt unterwegs, sprachen Passanten an und klingelten an den Haustüren.

Dabei stand die Sammelaktion in diesem Jahr fast auf der Kippe, weil Labendowicz nach dem Abzug aller Bundeswehrsoldaten aus dem Kreisgebiet und zuletzt auch dem Verlust der Patenschaft mit Wilster keine Mitstreiter mehr fand. Über einen Hilferuf in unserer Zeitung meldeten sich dann aber doch noch genug Freiwillige – und die waren auch aus Überzeugung bei der Sache. Bei einer Vorbesprechung im Amt Wilstermarsch wurde deutlich, dass bei vielen Menschen das Thema Kriegsgräber noch sehr gegenwärtig ist – auch wenn sie die Ereignisse nicht persönlich miterlebt hatten. Maren Hayenga berichtete von ihrem Bruder, der in Frankreich das Grab eines Onkels besucht hatte und vom Pflegezustand begeistert war. „Deshalb bin ich auch aus Überzeugung dabei.“ Andere Sammler wie Edda Hagen aus Heiligenstedten berichteten von Besuchen von Soldatenfriedhöfen, die sie als Schülerin mitgemacht habe und die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätten.

Prominentester Sammler in Wilster war gestern Landrat Torsten Wendt, der zugleich auch Kreisvorsitzender des Volksbundes ist. „Für uns war es damals ganz normal, dass wir im Konfirmandenunterricht für Kriegsgräber gesammelt haben“, erinnert er sich. Ansonsten ist für ihn das Gedenken an die Opfer früherer Kriege auch in Zeiten der Flüchtlingskrise noch immer aktuell. Hier gehe es um die Manifestierung von Orten, an denen man der Toten gedenke. Er fügte hinzu: „Schließlich ist Frieden ja auch nicht einfach ein Geschenk des Himmels.“

Wie schwer sich der Volksbund allerdings mit seiner Aufgabe tut, machte Kreisgeschäftsführer Jürgen Benfer deutlich. „Es ist eben doch ein Unterschied, ob ein Zivilist oder ein Soldat in Uniform vor der Tür steht.“ Die Bundeswehr sei in früheren Jahren eben ein Zugpferd für die Sammlung gewesen. Benfer weiß natürlich auch, dass viele Menschen derzeit ganz andere Sorgen und Probleme haben. „Deshalb ist die Argumentation manchmal auch nicht einfach.“ An der Notwendigkeit habe sich aber nichts geändert. Die Pflege von Kriegsgräbern sei nach wie vor eine wichtige Aufgabe, gerade auch im Osten Europas. Benfer empfiehlt interessierten Angehörigen auch eine Online-Gräbersuche auf der Homepage des Volksbundes (volksbund.de). Dort gibt es mit Stand gestern 4  721  406 Einträge.

„Nicht den Kopf hängen lassen“, ermunterte Landrat Wendt seine Mitstreiter zu Sammelaktionen auch in den nächsten Jahren. Vielleicht machen dann ja auch Schüler mit. Walter Schulz will das Thema jetzt einmal mit der Gemeinschaftsschule besprechen.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 11:42 Uhr

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