Wassersport in Borsfleth : Saisonauftakt für Freizeitskipper

Sie tauschen auf den Stegen die morschen Bretter aus: Christian Bin Ismail (v. l.), Andreas Finsterwalder und Günter Kaluscha.
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Sie tauschen auf den Stegen die morschen Bretter aus: Christian Bin Ismail (v. l.), Andreas Finsterwalder und Günter Kaluscha.

Sportschipper-Verein Borsfleth hat 100 Liegeplätze hergerichtet. Das 40-jährige Bestehen soll groß gefeiert werden.

shz.de von
03. Mai 2018, 05:04 Uhr

Schlengel zu Wasser lassen, Stege zusammenbauen, Bretter austauschen, Eisenträger nachschweißen, Holzbohlen vom Algenbelag mit dem Schrubber säubern, Plankenhölzer anstreichen: Es gibt viel zu tun, bevor die Segelsaison wieder beginnen kann. Vier Arbeitsdienste hat der Sportschipper-Verein Borsfleth angesetzt, um die 100 Liegeplätze für den Betrieb herzurichten.

„Wir waren jedes Mal etwa 20 Helfer und die Arbeiten gingen gut voran“, freut sich Vereinsvorsitzender Ludger Walterbusch über seine 85 engagierten Vereinsmitglieder. „Jedes Mitglied muss im Laufe des Jahres 30 Arbeitsstunden ableisten. Man kann sich davon zwar auch freikaufen, aber wir haben dafür einige alte Hasen, die freiwillig weit mehr Stunden auf unserem Vereinsgelände arbeiten.“

Günter Potrykus ist seit 1978 jedes Jahr dabei und übernimmt die Schweißarbeiten: „Einige Stege sind so durchgerostet, dass neue Bleche zur Verstärkung eingesetzt werden müssen. Leider fehlen uns junge Leute, die aktiv mithelfen.“ Klaus Fuhlendorf hat mit einigen Helfern über den Winter eine gebrauchte Schlengelanlage wieder aufgeflitzt: „Jetzt haben wir einen fast neuwertigen Steg von 66 Meter Länge für die Gastlieger.“

Mittelfristig möchte Ludger Walterbusch das Verbindungssystem der Schlengel verändern: „Bisher haben wir dafür Holzlager, die schnell vergammeln. Durch den Einbau von Metallrahmen mit Edelstahlscharnieren können wir unseren Aufwand langfristig minimieren.“ Ein neuer Steg kostet etwa 1000 Euro pro Meter. Das ist vom Verein nicht zu finanzieren, denn durch das Verschlicken des Hafenbeckens fallen hohe Kosten für den Einsatz eines Spülbaggers an. „Früher musste alle zwei bis drei Jahre gespült werden, aber inzwischen müssen wir durch den verstärkten Sedimentantrieb aus der Elbe jedes Jahr das niederländische Spezialbaggerschiff einsetzen“, sagt Walterbusch. Jeden Tag setze sich etwa ein Zentimeter Schlick im Hafen ab. „Nur durch das Vertiefen des Hafenbeckens durch den Spülbagger haben wir ein größeres Zeitfenster, um in und aus den Hafen zu kommen.“ Insbesondere für die Hamburger Gastlieger sei das wichtig. „Wenn die zu spät losfahren, können sie nicht mehr mit dem auflaufenden Wasser bis Hamburg kommen.“

Das Spülen wurde Anfang April durchgeführt und kostet den Verein jährlich etwa 35 000 Euro. Im vorigen Jahr wurde das Geld dafür einmalig über Crowdfunding durch Spenden finanziert. Die Sportschipper stoßen durch den jährlichen Aufwand an ihre finanziellen Möglichkeiten, denn für den laufenden Unterhaltungsbetrieb gibt es keine öffentlichen Zuschüsse. Deshalb sucht Ludger Walterbusch nach einer langfristigen Lösung: den Landdurchstich in der Nähe des Störsperrwerks, um aus dem Sackgassenhafen einen durchströmten Seitenarm der Stör zu machen. „Solch eine investive Maßnahme wäre förderfähig. Wir müssen vorher aber ein Strömungsgutachten erstellen lassen, um zu belegen, dass dadurch der Deich und das Störsperrwerk nicht beschädigt werden. Ich bin guten Mutes, dass wir das bald hinbekommen.“

Erstmal soll jedoch die Saison für die Sportboote beginnen und wieder Leben in die idyllische Anlage an der Störmündung kommen. Immerhin hat der Verein noch ein besonderes Fest vor sich. Pfingsten soll die Feier zum 40-jährigen Bestehen veranstaltet werden. Von Sonnabend, 19. Mai, bis Montag, 21. Mai, wird auf dem Vereinsgelände ein Zelt aufgebaut für Tanz und Mitmachaktionen für die ganze Familie.

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