zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 13:27 Uhr

Fehrs-Schule : Säen und Ernten im Unterricht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heimat- und Sachkunde-Unterricht mal anders: An der Fehrs-Schule in Itzehoe sind die Schüler beim Gartenprojekt aktiv.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Säen, gießen, ernten und zum Schluss essen. Die Kinder der zweiten und dritten Klasse der Fehrs-Schule dürfen von den Osterferien bis zu den Herbstferien den Schulgarten im Eichtal bewirtschaften. Seit drei Jahren pflegen die Schüler den Kleingarten im Eichtal im Rahmen des Heimat- und Sachkunde-Unterrichts.

„Auffällige Kinder sind im Garten wie verwandelt“, erzählt Thekla Schneider. „Die können sich beim Umgraben so richtig austoben.“ Die passionierte Gärtnerin leitet das Projekt. Wenn die Kinder kommen, begrüßt sie diese mit einem Kreis. Die Jungen und Mädchen erzählen dann, was sie auf dem Weg bis zum Garten gesehen haben. Spinnweben, Brombeeren und Brennnesseln werden genannt. Anschließend beginnen sie zu arbeiten. Dieses Mal graben sie die Beete um, damit später Gründünger gesät werden kann. „Das Gartenprojekt macht Spaß, weil wir alles auch essen können“, erzählen Jana (8) und Stian (9). Außerdem erleben sie jedes Mal etwas Neues. „Wir haben auf einer Wiese mal ein Reh gesehen“, berichtet Constantin (8). Dieses Mal entdeckten die Kinder eine Erdkröte auf dem Sandweg.

„Die Kinder sollen mehr Kontakt zu der Natur haben“, sagt Schulleiterin Kerit Christensen-Schultz-Collet. Sie hofft, dass die Schüler das, was sie kennen, später auch schützen werden. Die Drittklässler lernen, was Unkraut und somit unwichtig ist, und entfernen dies. Im nächsten Frühjahr wird eine andere Klasse auf diesen Beeten Kartoffeln und Radieschen setzen.

Begonnen hatte das Gartenprojekt mit einer Vision der Schulleiterin und der Betreuerin. Sie wussten von Anfang an, dass es „enorme Vorteile hat, Theorie und Praxis zu verbinden“, so die Rektorin. Mit der Hilfe einiger Eltern wurden die Gedanken in die Realität umgesetzt. Ziel des Gartenprojekts ist es, dass die Kinder den Sinn erkennen. Sie lernen nicht nur durch Theorie, sondern auch mit Praxis. Außerdem führen die Schüler ein sogenanntes Gartenheft. Im Unterricht arbeiten sie die Erlebnisse aus dem Garten auf und tragen sie in das spätere Nachschlagewerk ein.

Von den Eltern kommen nur positive Rückmeldungen, so Christensen-Schultz-Collet. „Die lernen manchmal selbst auch noch dazu.“

Das Gartenprojekt an der Fehrs-Schule ist „das Paradebeispiel für inklusive Bildung“, sagt die Schulleiterin. „Die Kinder können sich betätigen und fühlen, dass sie mehr wert in der Klasse sind“, so Schneider. Jeder kann sich im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten beteiligen, ergänzt die Schulleiterin.

Thekla Schneider sucht noch Unterstützung im Garten. Fachkenntnisse beziehungsweise Grundlagenkenntnisse sind erforderlich – und „man sollte von der Sache begeistert sein“.


>Informationen: 04821/92042.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen