Ruth Möller: Buch über Detlefsen

Hat ein Buch über Prof. Detlef Detlefsen geschrieben: Ruth Möller.  Foto: Oster
Hat ein Buch über Prof. Detlef Detlefsen geschrieben: Ruth Möller. Foto: Oster

100 Jahre Detlef Detlefsen: Glückstädterin schreibt über den Wissenschaftler, Direktor des Gymnasiums und Heimatkundler

shz.de von
16. September 2011, 08:39 Uhr

Glückstadt | Ruth Möller hat ein Buch über Detlef Detlefsen (1833-1911) geschrieben. Die Primanervereinigung hat das Werk mit 4000 Euro gesponsert, die Museumsfreunde spendeten 1000 Euro. Denn dieses Jahr ist das "Detlefsen-Jahr", der Namensgeber des Detlefsen-Museums, des Detlefsengymnasiums und der Detlefsen-Gesellschaft ist vor 100 Jahren gestorben.

Ruth Möller arbeitete viele Jahre als Archivarin der Stadt Glückstadt. Sie ist eine Kennerin der "Glückstädter Heimatkundeszene", war Schriftführerin der Detlefsen-Gesellschaft und des Vereins der Freunde und Förderer des Detlefsen-Museums.

Früh kam sie mit dem Gelehrten Detlefsen in Berührung. Ihre Lehrer Max Tiessen und Franz Michaelsen waren "Detlefsens Jünger und Glückstädter Traditionsbewahrer". Sie erlebte mit, wie die Männer damals Kultureinrichtungen und Vereine wieder ins Leben riefen. "Detlefsen-Museum, Stadtarchiv und Stadtführungen für Touristen kamen zu einer ungeahnten Blüte."

Ruth Möller beschloss, "Detlefsen im kollektiven Gedächtnis der Stadt wieder anzuheben". Es ging ihr nicht darum, aus vorhandenen Lebensbeschreibungen "eine neue zu basteln", sondern aus einer anderen Perspektive zu schreiben. Doch bei der Idee blieb es zunächst.

Erst nach der Pensionierung widmete sich die Lehrerin wieder dem Thema. Der Anlass: Ihr Enkel fuhr nach Rom. Ihm gab sie den Auftrag, "Detlefsens römische Wohnstatt aufzusuchen und statt meiner dort eine Gedenkminute abzuhalten". Doch dafür musste sie erst herausfinden, wo Detlefsen gewohnt hatte. Dazu recherchierte sie in dem Buch, in dem der Briefwechsel von Hermann Allmers und Detlef Detlefsen veröffentlicht ist. Beide hielten sich in jungen Jahren in Italien auf, um zu forschen.

Junggsellenbesäufnisse unter deutschen Gelehrten und Künstlern in der Gesellschaft Colonna - die 16 Seiten über das Kapitel faszinierten sie. "Ich forschte nach seinen hinterlassenen Spuren. Bei der Universität Kiel, im Reichsarchiv Kopenhagen, im Archäologischen Institut Rom, in der Vaticanischen Bibliothek, in der Akademie der Wissenschaften Berlin und bei mancher Universitätsbibliothek. Freundschaftliche Unterstützung erhielt ich von der Hermann-Allmers-Gesellschaft im Kreisarchiv Cuxhaven, Otterndorf. "

Die besten Lebensbeschreibungen veröffentlichte Ruth Möller im Internet. Dabei reifte der Entschluss, ein Lesebuch zusammenzustellen - "Detlefsen kompakt". Aus Lexika und anderen Büchern, aus Fachblättern, Tageszeitungen und Vereinszeitschriften zog sie Texte und Textauszüge der unterschiedlichsten Literaturgattungen aus, die Detlefsens Namen erwähnen und seine Zeit sowie das Umfeld erklären. "Der Einfachheit halber ordnete ich sie in der Reihenfolge ihres Erscheinens zwischen 1867 und 2010 an, gebe im Einstieg aber auch Hinweise auf Zusammenhänge." Einen Titel für die Sammlung fand sie in der Schul-Trauerrede seines zweiten Amtsnachfolgers Johannes Krumm: "Detlefsen - Der Mann der Wissenschaft - ein Mann des Volkes". Es entstand eine bunte Abfolge von Lebensbeschreibungen unterschiedlichster Blickwinkel, erzählender Prosa, Huldigungs-, Gratulations- und Trauergedichten, Fest- und Gedenkreden, Nachrufen, Erinnerungen, Mitteilungen, Anekdötchen, Recherche und Fundsachen, geeignet zum Schmökern und zum Nachschlagen. Zu finden ist Detlefsens Werkverzeichnis ebenso wie Hinweise auf seinen Nachlass. "Und alle Texte enden mit Quellenangaben." Den größten Platz nehmen Auszüge aus Hermann Allmers Werken ein. Zuerst aus den Reiseskizzen "Römische Schlendertage", dem Bestseller von zwölf Auflagen; dann aus "Briefen aus dem Süden" entnommen und zuletzt aus einer wissenschaftlichen Forschung heutiger "Bremer Freunde". Ein Pendant zu Allmers-Texten bilden die "Erinnerungen des Justizrats Ferdinand Philipp", der ihrer gemeinsamen Schul- und Studentenzeit wie der Anfänge ihrer Berufstätigkeit in Glückstadt gedenkt. "Ein Muss" für jeden, der sich für das Holsteinische Obergericht in Glückstadt und das gesellschaftliche Leben in der dänischen Beamten- und Garnisonstadt interessiert. "Die geistvollen Römerfreunde melden sich zu Wort, alte Primaner schwelgen in Erinnerungen an ihre Lehrer und ihr altes Glückstadt, ein Wissenschaftler kritisiert den ersten Band der Marschenforschung, und außerdem lernen wir Familienangehörige Detlefsens persönlich kennen."

Nach Detlefsen Tod bekommen "die Traditionsträger das Wort". Es gibt den Aufruf zur Gründung der Detlefsen-Gesellschaft ebenso wie den zur Gründung des Museumsvereins und Berichte über ihr Gedeihen und ihre Feste. Auch der Geschichte der Primanervereinigung ist gedacht. "An passenden Stellen sind Fotos eingefügt, darunter vier Detlefsen-Portraits verschiedener Altersstufen."

Vorworte haben Dr. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt (Vorsitzender der Detlfsen-Gesellschaft) und Norbert Meinert (Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger Primaner des Detlefsengymnasiums sowie vom Museumsverein) geschrieben.

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