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Plattdeutscher Krink : Runde mit plattdeutscher Prominenz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gerd Spiekermann, Heiko Gauert, Altbürgermeister Wilfried Hansen und andere beim Krink in Brunsbüttel. Talkrunde bekennt sich deutliche zur Heimatsprack.

„Platt is uns Heimatsprack, wi möt er plegen, dorüm: Snackt Platt!“ Jürgen Franck, Vörsitter vun Plattdütsche Krink Brunsbüttel, begrüßte die Gäste im Elbeforum zum „Vertelln op Platt“. Seine Stellvertreterin Ursula Nickels mahnte in ihren Eingangsworten, die niederdeutsche Sprache nicht verschwinden zu lassen.

Um das Thema zu erörtern hatte der Krink illustre Gäste eingeladen. Als Co-Moderator saß Altbürgermeister Wilfried Hansen auf dem Podium und wurde von Jürgen Franck zu seinen Aktivitäten als Pensionär befragt. Als aktiver Jäger und Opa könne er nicht über Langeweile klagen, berichtete Hansen. Im Sommer habe er mit seinen Enkeln mit viel Spaß im nahegelegenen Teich einen Fisch gefangen, mit den Jungs ausgenommen und gegrillt. Aber Frau und Kinder achten auf den Senior, „de passt op un bröcht mi in de Spur“.

Franck und Hansen stiegen mit Talkgast Heiko Gauert ins Gespräch über das Platt lehren an den Schulen ein. Der Schulleiter hat sich seit langem dem Plattdeutschen verschrieben und versucht in Seminaren Erzieherinnen und Lehrkräften Platt näher zu bringen. „Lesewettbewerbe sind eine gute Sache, aber die Kinder lernen ihren Text oft ohne zu verstehen und richtig Platt zu sprechen“, stellte Gauert fest. In den Familien wird immer weniger Platt gesprochen und somit nicht an die Kinder weitergegeben. Dabei ist das Plattdeutsche Grundlage für das Englische und auch viele skandinavische Sprachen. Vor etwa 2000 Jahren verbreitete der in Holstein lebende germanische Stamm der Sachsen die Sprache in alle Richtungen.

Mit Ernst Christ vom NDR überlegte die Brunsbütteler Runde, wie Niederdeutsch besser verbreitet werden könnte. Gauert hat in den Zeitungen des sh:z (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag) eine plattdeutsche Rubrik, Christ fing 1981 in der Heimatredaktion des NDR als Volontär an, beide sind Mitglied im Plattdeutschen Beirat der Rundfunksender. Jürgen Franck regte eine tägliche plattdeutsche Radiostunde an. „Dat geiht nich“, so Christ und erklärte, dass Welle Nord viele Plattdeutsche Sendungen bringe. „Dat is de falsche Tied“, kommentierte Jürgen Franck. Immer, wenn er das Radio anmacht, „plärrt mi so’n inglische Tussi int Ohr.“

Unternehmer Peter Frauen ist in einem hochdeutschen Haus aufgewachsen, hat aber auf den Höfen seiner Onkel Platt gelernt. „Ich wollte ja Bauer werden“, erzählte Frauen. Oder zu See fahren, aber sein Vater Johannes hat ihn an den Handel herangeführt. Im Laden in der Koogstraße hat er auch seine Frau Waltraud kennengelernt, die dort für eine Kaffeemarke warb. Wilfried Hansen entlockte dem Mitbegründer des Supermarkt-Imperiums Döntjes aus seinem Leben, bevor Stargast Gerd Spiekermann an die Reihe kam. In Övelgönne aufgewachsen ging der Autor statt Lehrer zu werden zum Radio. Uschi Nickels gab ihm Stichwörter, die er mit Geschichten parierte. Mit Bezug auf seine beiden Mitgäste erzählte er von schlagenden Schulmeistern und Schulimpfungen, der einen Kirche in Obstdosen von Libbys und natürlich hatte auch den Prototypen von Omas Schöddeldook dabei, das er im Vergleich mit einem aktuellen String präsentierte. Der amüsante Abend wurde musikalisch von „Moin Moin“ Thorsten Frank und Rolf Lindhorst begleitet.

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erstellt am 04.Okt.2013 | 17:30 Uhr

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