Itzehoe : Rückenwind für "störauf"

Sie freuen sich auf mehr Wasser in der Stadt - die vierte Klasse der Oelixdorfer Grundschule.  Foto: nje
1 von 2
Sie freuen sich auf mehr Wasser in der Stadt - die vierte Klasse der Oelixdorfer Grundschule. Foto: nje

Bürgermeister bekennt sich vor Ratsversammlung eindeutig zum Ziel der Öffnung der Störschleife

shz.de von
24. September 2011, 07:53 Uhr

itzehoe | Zurück zur Störschleife - der Bürgermeister ist dabei. "Das ist auch für mich ein ganz wichtiges und zentrales Thema", erklärte Dr. Andreas Koeppen in der Ratsversammlung. Der Verein "störauf" habe einen "unglaublichen Zulauf", seit er mit dem Vorhaben an die Öffentlichkeit ging, für die Öffnung der Störschleife arbeiten zu wollen.

Der Verwaltungschef ist von Anfang an als Beisitzer im Vorstand dabei, "weil ich glaube, dass wir über das Moment des Wassers unsere Stadt wiederbeleben können". Die Entscheidung für die Zuschüttung sei sehr knapp ausgefallen - "wir versuchen in diesem Verein, mit einer großen Mehrheit dafür zu sorgen, dass wir die Stör wieder öffnen können". Es müsse etwas getan werden für Itzehoe, Wasser werde als lebendiges Element benötigt, "um die Attraktivität dieser Stadt wieder zu steigern", so Koeppen.

Es werde ein langer Weg, dabei gerate die Finanzierung nicht aus dem Blick. "Aber zunächst geht es uns darum, Menschen gewissermaßen einzusammeln und für diese Idee zu begeistern", sagte der Bürgermeister. Dazu dienen zwei Veranstaltungen am 3. und 4. Oktober (siehe Info-Kasten). Er bat die Ratsmitglieder zu kommen, ob sie beim Thema Störschleife nun euphorisch oder kritisch seien: "Ich glaube, es ist auch für die Bevölkerung dieser Stadt wichtig zu sehen, dass der Verein, dass die Menschen in dieser Stadt, dass der Bürgermeister und dass die Politik bei diesem Projekt wirklich an einem Strang ziehen."

Die meisten Abgeordneten klopften auf den Tisch. Bürgervorsteher Heinz Köhnke: "Wir sind uns alle einig: eine gute Idee."

Das fand vor kurzem auch schon der "Kommunalpolitischen Arbeitskreis" der SPD. Nach 90 Minuten hatten die "störauf"-Vertreter alle Zweifler überzeugt, einstimmig wurde die Unterstützung des Vorhabens beschlossen. "Jetzt soll der Verein konkrete Forderungen an die Politik formulieren, wie die nächsten Schritte aussehen können", riet der SPD-Ortsvorsitzende Sönke Doll.

"Es sieht wirklich aus, als sei Itzehoe reif, sich mit diesem Thema intensiv ausein anderzusetzen", sagte "stör auf"-Vorsitzender Michael Ruff unserer Zeitung. Nach anfangs 14 hat der Verein nun schon mehr als 40 Mitglieder, darunter auch Firmen. Oft gebe es auch Erinnerungen an den schlechten Zustand des Flusses vor der Zuschüttung. "Die Stör hatte ihre Funktion verloren." Die intensive Debatte zeige aber, so Ruff, dass man es heute anders gemacht hätte.

Während die Erwachsenen bereits in politischen Gremien über die Stör diskutieren, bilden sich jetzt auch die Kinder eine Meinung über das städtische Erbe: So wanderte gestern die vierte Klasse der Oelixdorfer Grundschule mit Lehrerin Anne Hergott und der Leiterin des Stadtarchivs Kirsten Puymann am historischen Störverlauf entlang. "Wir haben das Thema Stör schon im Unterricht aufgegriffen", sagte Hergott. Die Kinder hätten reges Interesse gezeigt. Das Ergebnis einer Abstimmung unter den Schülern: Elf Kinder waren für die Öffnung, vier dagegen und sechs Schüler enthielten sich.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen