Wirtschaft : Rückenwind für Hightech-Standort

Informationsbesuch: Technologieleiter Stefan Permien (r.) erklärt den Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann, Mark Helfrich, Petra Nicolaisen, Johann Wadephul und Melanie Bernstein (v.l.) die Produktion bei Custom Cells.
Informationsbesuch: Technologieleiter Stefan Permien (r.) erklärt den Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann, Mark Helfrich, Petra Nicolaisen, Johann Wadephul und Melanie Bernstein (v.l.) die Produktion bei Custom Cells.

CDU-Landesgruppe im Bundestag besucht Itzehoer Fraunhofer-Institut und Batteriezellen-Hersteller Custom Cells.

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15. Juli 2018, 08:02 Uhr

Die Schleswig-Holsteinische Landesgruppe innerhalb der CDU-Bundestagsfraktion will sich für die weitere Förderung der Erforschung von Speichertechnologien einsetzen – „ausdrücklich“ auch am Standort Itzehoe. Das erklärte Landesgruppen-Chef Johann Wadephul am Rande eines Besuchs am Fraunhofer-Institut Isit und beim Batteriezellen-Hersteller Custom Cells.

Gemeinsam mit sieben anderen CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Norden informierte sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Isit über dessen Aktivitäten im Bereich Speichertechnologie. Diese sei unter „energiepolitischen Gesichtspunkten“ von „größter Wichtigkeit“. Für Deutschland sei es wichtig, in diesem Bereich zur Spitzengruppe der Industrieländer zu gehören, so Wadephul.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit am Isit in diesem Bereich stellte Abteilungsleiter Andreas Würsig vor. So wird innerhalb der zehn Mitarbeiter starken Gruppe „Batteriesysteme für Spezialanwendungen“ unter anderem an der Lösung von Problemen der Elektromobilität geforscht. „Wir beschäftigen uns zum Beispiel mit der Frage, wie Schnelllade-Stationen mittels Pufferbatterien auch an Standorten aufgestellt werden können, wo das Stromnetz eigentlich keine ausreichenden Kapazitäten dafür bietet“, erklärte Würsig.

Wie bei Fraunhofer-Instituten üblich, kooperiert das Itzehoer Institut dabei mit Privatunternehmen wie Custom Cells. Das Unternehmen stellt Batteriezellen für maßgeschneiderte Spezialakkus her, die beispielsweise auch unter hohen Umgebungstemperaturen funktionieren. Technologieleiter Stefan Permien stellte den Bundestagsabgeordneten die Produktion des Unternehmens vor, das neben der Prototypen- und Kleinserienproduktion auch Beratungsleistungen für Industriekunden anbietet.

Der Besuch in Itzehoe habe gezeigt, dass hier bereits Spitzenforschung im Bereich Speichertechnologie betrieben werde, sagte der Steinburger Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich, der die Sommerbereisung seiner Bundestagskollegen organisiert hatte. Er sehe daher „großen Rückenwind“ für die Pläne, diese Ansätze zu einem neuen Fraunhofer-Institut für Speichertechnologie auszubauen (wir berichteten). Es sei nun wichtig, dass sich die Landesgruppe „mit Vollgas“ und im Schulterschluss mit der Kieler Landesregierung und den Akteuren vor Ort dafür einsetze.

Wann eine Standortentscheidung für das geplante Institut zwischen Bundesregierung, Bundestag und Fraunhofer-Gesellschaft getroffen wird, ist noch nicht abzusehen. Es werden Gespräche geführt, sagte Helfrich. Neben Itzehoe sind weitere Standorte im Gespräch. Helfrich zeigte sich zuversichtlich: „Das Kernthema sind aus meiner Sicht die Fertigungsaspekte von Speicherzellen, die bisher vor allem aus Asien kommen. Und damit beschäftigt man sich in Itzehoe bereits.“

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