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Rudolf und Eva Horstmann feiern Gnadenhochzeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Als Rudolf und Eva Horstmann geb. Lammer vor fünf Jahren ihre eiserne Hochzeit feierten, wohnten sie noch in einer gemütlich eingerichteten Reetdachkate in Poßfeld. Vor drei Jahren zogen beide in die Stadt, wo sie inzwischen heimisch geworden sind. Heute begehen der 90-jährige Jubilar und seine zwei Jahre ältere Ehefrau das seltene Fest der Gnadenhochzeit nach 70 Ehejahren.

In Wilster haben die Eheleute Horstmann den größten Teil ihres Lebens verbracht. Rudolf Horstmann stand im Handwerk, als Kaufmann, als Journalist, Fotograf und Autor immer wieder seinen Mann. Der gelernte Maschinenbauer legte schon im Alter von 24 Jahren als damals Jüngster seines Fachs die Meisterprüfung ab und arbeitete bei den damaligen Edela-Landmaschinen in Wilster, bei Sihi in Itzehoe und in den Pinneberger Ilo-Werken. Sein großes Hobby war schon als Kind das Fotografieren. Daneben verspürte er immer mehr Lust am Schreiben. Er wurde freier Mitarbeiter unserer Zeitung, arbeitete drei Jahre als Redakteur und hat in dieser Zeit den Aufbau der „Nordfriesischen Rundschau“ in Husum begleitet. Für ihn als Autor waren heimat- und kulturgeschichtliche Abhandlungen sowie plattdeutsche Anekdoten ein besonderes Steckenpferd. Mehrere Bildbände über die Wilstermarsch, Stör und Krückau wurden von ihm in den Buchhandel gebracht.

Seine aus Flensburg stammende Ehefrau kam 1943 als damals 20-Jährige nach Wilster, um hier im Haushalt zu arbeiten. Sie lernte ihren Rudolf kennen, beide verliebten sich und traten 1946 vor den Traualtar. Rudolf Horstmann war ein Jahr zuvor nach seiner Flucht aus der Gefangenschaft auf dem Balkan über Österreich zu Fuß in seine Heimatstadt zurückgekehrt. „Ich bin nachts gelaufen und habe mich tagsüber in den Wäldern versteckt.“

Eva Horstmann arbeitete in Flensburg als Krankenschwester und blieb dem medizinischen Beruf auch nach der Heirat treu, war im Krankenhaus Menckestift in Wilster bis zu dessen Schließung tätig. Dann wechselte sie als Arzthelferin in die Praxis Dr. Buck und blieb auch „nach meiner Rente“ noch zehn Jahre für die Praxis Dr. Günter Voigt in St. Margarethen beruflich aktiv.

Eine große Leidenschaft für die 92-Jährige war und ist noch immer die Anfertigung von Puppenkleidern für antike Puppen. Mit ihren Häkel- und Strickarbeiten belieferte sie über viele Jahre einen Lübecker Puppenhandel. „Dafür gibt es aber heute kaum noch einen Markt“, bedauert die Jubilarin. Rudolf und Eva Horstmann sind auch noch im hohen Alter mobil. Mit ihrem Auto fahren sie regelmäßig zum Einkaufen ins Wilster Einkaufszentrum, nach Itzehoe, Brunsbüttel, Marne oder Glückstadt. Aber auf größere Ausflüge verzichten sie inzwischen. Den Haushalt versorgen sie noch selbst, freuen sich aber, wenn ihr in Itzehoe lebender Sohn Stefan immer wieder nach Wilster kommt, um seinen Eltern zu helfen.

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erstellt am 22.Feb.2016 | 17:21 Uhr

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