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Konjunkturumfrage : Robuste Wirtschaftslage in Steinburg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste stellt seine Konjunkturumfrage für das zweite Halbjahr vor.

von
erstellt am 16.Dez.2015 | 17:14 Uhr

Die Unternehmen im westlichen Schleswig-Holstein blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das ist der Tenor der aktuellen Konjunkturumfrage für das zweite Halbjahr 2015 des Unternehmensverbands Unterelbe-Westküste. Zugleich blickt eine Mehrheit der Betriebe optimistisch in die Zukunft, wenngleich bei der Investitionsbereitschaft größtenteils Zurückhaltung geübt wird. Als Bremsklotz dieser Entwicklung sieht der Verband die mangelhaften Rahmenbedingungen, insbesondere im Bereich der Infrastruktur.

Die beiden Geschäftsführer des Unternehmensverbands, Ken Blöcker und Sebastian Koch, stellten die Ergebnisse der zweimal im Jahr durchgeführten Umfrage vor. „Derzeit geht es vielen Unternehmen gut, aber von der Landesregierung müssen jetzt Taten folgen. Die Ankündigungspolitik aus Kiel sorgt in der Unternehmerschaft für ein hohes Maß an Unsicherheit“, sagte Blöcker. So gaben 38 Prozent der befragten Unternehmen im Kreis Steinburg an, derzeit zu 100 Prozent ausgelastet zu sein, mit steigenden Auftragseingängen für das kommenden Jahr rechnen hingegen nur zwölf Prozent der Unternehmen. Das ist deutlich weniger als im Rest des Verbandsgebiets (29 Prozent). „Es fehlt neben einer Strategie der Regierung in Kiel auch das klare Signal in Richtung der Arbeitgeber. Sie wollen wissen, wohin sich das Land entwickelt“, erklärte Sebastian Koch. Der Weiterbau der A20, der Ausbau der B  5 zwischen Brunsbüttel und Itzehoe, die Versorgung mit einem Breitbandnetz: Die To-Do-Liste sei lang, um den Unternehmen eine langfristige Perspektive zu eröffnen. Dabei sei das Potenzial vorhanden. Die Unternehmen haben die Notwendigkeit erkannt, sich weiterzuentwickeln und möglicherweise zu expandieren. „Aber es liegt in einem großen Maß an der mangelnden Infrastruktur, die das verhindert“, so Koch. Die aktuell gute Wirtschaftslage könne sich schnell umkehren: „Möglicherweise verschlechtert sich die Situation für das eine oder andere Unternehmen, wenn es sich nicht wie gewollt weiterentwickeln kann, weil die infrastrukturelle Anbindung fehlt.“ Was der Unternehmensverband von der politischen Führung aus Kiel fordert, formuliert er auch für den Kreis Steinburg und die Stadt Itzehoe. Die Ausweisung von Gewerbeflächen, den Ausbau von Straßen oder die Umstellung auf ein Glasfasernetz in Itzehoe: In diesen Bereichen gebe es Nachholbedarf. Dementsprechend vorsichtig blicken die Steinburger Unternehmen auf die voraussichtliche Umsatzentwicklung. Eine klare Mehrheit von 62 Prozent definiert sie als ungewiss, während 37 Prozent sie als günstig beschreiben. Mit Blick auf die nächsten sechs Monate allerdings bewerten fast 90 Prozent die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt als gleichbleibend oder besser.

Jedes zweite Unternehmen im Bereich Unterelbe-Westküste gab an, an einem Mangel an Fachkräften zu leiden, und 22 Prozent empfinden den Mangel an Ausbildungskräften als Belastung für die eigene wirtschaftliche Entwicklung. Dabei sei die Bereitschaft der Unternehmen auszubilden im gesamten Bundesgebiet nirgendwo so hoch wie in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen. Immer häufiger aber mangelt es an der Verlässlichkeit der Auszubildenden. Trotz eines verbindlich unterschriebenen Vertrags treten Schulabgänger ihre Stelle nicht an oder sagen kurzfristig ab. „Auf Nachfrage hören die Chefs dann gerne, man habe etwas Besseres gefunden“, berichtet Sebastian Koch. Inzwischen gebe es Headhunter, die bundesweit gezielt auf der Suche nach Fachkräften sind. Ein Phänomen, das in der Vergangenheit lediglich beim Führungspersonal zu finden war.

Die Bewertungen und die daraus formulierten Forderungen des Unternehmensverbands sind eindeutig: „Weder von der Bundes- noch von der Landespolitik wird etwas für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen unternommen. Dadurch werden die Konjunktur und der Wohlstand von morgen gefährdet.“

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