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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 15:28 Uhr

AktivRegion : Ringen um den Millionen-Topf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

AktivRegion Steinburg geht in die neue Förderperiode. Mitglieder beraten in Heiligenstedten die künftigen Projekte.

Seit der letzten Mitgliederversammlung im Juni 2013 konnten im Bereich der LAG AktivRegion Steinburg vier Projekte mit einer Gesamtinvestition in Höhe von gut 290 000 Euro und einer Fördersumme von rund 124 000 Euro umgesetzt werden. Die Investitionssumme aller 65 Projekte, die die AktivRegion seit Beginn der Förderperiode 2008 unterstützt hat, summiert sich nunmehr auf etwa 15,9 Mio. Euro und 4,6 Mio. Euro Fördermittel. Mit den geförderten Maßnahmen konnten 79 Arbeitsplätze gesichert und fünf geschaffen werden. Diese positive Bilanz präsentierte Vorsitzender Dr. Reinhold Wenzlaff jetzt in Heiligenstedten vor Mitgliedern in seinem aktuellen Geschäftsbericht.

Im Mittelpunkt stand dann aber der Ausblick auf die kommende Förderperiode. 22 AktivRegionen in ganz Schleswig-Holstein bewerben sich derzeit auf 63 Mio. Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung ländlicher Räume. Olaf Prüß stellte den gespannten Mitgliedern und Gästen die umfangreiche Integrierte Entwicklungsstrategie im Überblick vor. „Das Motto der kommenden Jahre lautet: Mit Allianzen die Zukunft gestalten“, begann Prüß. Mehr Geld für den ländlichen Raum, einfachere Ausgangsbedingungen für private Projektträgerschaften und Allianzen, um den Herausforderungen und Chancen zukünftig begegnen zu können – dies sind die Schlagworte, auf die es in der bevorstehenden Förderperiode ankomme. Die Handlungsfelder „Klimawandel und Energie“, „Nachhaltige Daseinsvorsorge“, „Wachstum und Innovation“ und „Bildung“ waren vom Land zu Beginn der Strategieentwicklung vorgegeben worden. „Die inhaltliche Ausgestaltung der Handlungsfelder in Form sogenannter Kernthemen obliegt der AktivRegion selbst“, so Prüß.

Das Kernthema „Steinburg spart Energie“ fördert u.a. Studien zur Steigerung der Energieeffizienz, Klimaschutzmanagements, bewusstseinsbildende Maßnahmen sowie investive kommunale Modellprojekte. Die „Land- und Naturerlebnisse“ im Handlungsfeld Wachstum und Innovation fördern Projekte, die Natur und Landschaft erlebbarer machen und zur Vernetzung und Bündelung von Angeboten beitragen. Das Handlungsfeld wird ergänzt durch das zweite Kernthema „Regionalmarketing und regionale Wirtschaftsallianzen“. Hierbei stehen vor allem Maßnahmen zur Kaufkraftbindung und Standortprofilierung sowie zur Etablierung von regionalen Wirtschaftskooperationen im Fokus.

Das größte Kernthema, für das derzeit die Hälfte des vorgesehenen Budgets veranschlagt wird, sind die „Allianzen der Daseinsvorsorge“. „Zusammenarbeit, Allianzen, Kooperationen – das sind die wichtigen Instrumente, um den zukünftigen Herausforderungen gemeinsam, wirksam und mit abgestimmten Maßnahmen begegnen zu können“, hebt Prüß hervor. Fördermaßnahmen sind u.a. Konzepte, multifunktionale Gemeinschaftseinrichtungen, Betreuungsangebote, alternative Wohnformen und Mobilitätsangebote, Sicherung der Grundversorgung sowie Reduzierung von Leerständen.

Der Bereich Bildung ist erstmals Fördergegenstand der AktivRegionen. Hierfür entwickelten die Akteure das Kernthema „Fürs Leben lernen“, wobei vor allem den normalen Schulbetrieb flankierende Maßnahmen gefördert werden sollen: Verbesserung von Ganztags- und Ferienbetreuungsangeboten sowie modellhafte Maßnahmen zur Berufsorientierung, um die außergewöhnlich hohe Schulabbrecherquote des Kreises zu senken.

Im Vorfeld hatten alle Mitglieder sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, schriftliche Stellungnahmen zur Strategie beim Regionalmanagement einzureichen. Hierbei war der Antrag eingebracht worden, die Kultur stärker als bisher in der Strategie zu verankern. Die Aufnahme eines eigenen Kernthemas lehnte die Mitgliederversammlung ab, der Vorstand der AktivRegion betonte jedoch, dass kulturelle Themen in nahezu jedem Kernthema untergebracht werden könnten.

Um den geänderten Anforderungen der Satzung an die Zusammensetzung des Vorstand zu entsprechen, wurde abschließend Corinna Ahrens-Gravert, Geschäftsführerin der VHS Itzehoe, als elftes Vorstandsmitglied einstimmig von der Mitgliederversammlung gewählt. Zum Schluss machte Olaf Prüß nochmals allen anwesenden öffentlichen und privaten Akteuren Mut, sich für die Entwicklung des ländlichen Raumes einzusetzen.

>Die Integrierte Entwicklungsstrategie und weitere Informationen unter www.leader-steinburg.de

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erstellt am 25.Sep.2014 | 13:16 Uhr

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