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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 14:37 Uhr

Sanierung : Rhinschleuse wird untersucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mehrere Ingenieure inspizieren das Bauwerk zwischen Rhin und Glückstädter Außenhafen. Vorher wurde eine Wand gesetzt, damit das Innere trocken gelegt werden kann. Die Straße Rethövel zum Neufeld ist bis Freitag deshalb gesperrt.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2013 | 11:45 Uhr

Strahlend blauer Himmel. Ralf Pommerening freut sich über das gute Wetter. „Normalerweise hätten wir diese Baustelle nicht mehr im Oktober eingerichtet“, sagt der Abschnittsleiter Elbmarschen Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Schleswig-Holstein (LKN).

Der 42-Jährige hat einmal wieder eine besondere Baustelle. Diesmal soll das Hauptsiel – die große Rhinschleuse – zwischen dem Fluss und dem Außenhafen untersucht werden. Ralf Pommerening erwartet keine großen Überraschungen, dass Siel wurde zuletzt 2008 untersucht.

Derweil zieht sich Brendan Price um. Er steigt in einen Taucheranzug. Der 27-jährige Berufstaucher wird im Außenhafen nachsehen, ob dort Steine im Weg liegen oder alte Fahrräder. Denn es müssen Dalben gesetzt werden. Zusammengesetzt ergeben sie eine Wand, die das Wasser abhalten soll. Nur so wird der Eingang für die Ingenieure frei werden. Denn die Fachleute kommen morgen, um das Bauwerk von innen zu besichtigen und um gegebenenfalls Mängel festzustellen.

Brendan Price ist fast startklar. „Solange die Luft reicht“, sagt der Berufstaucher auf die Frage, wie lange er unten bleiben kann. „So ungefähr drei bis vier Stunden.“ Das hänge von der Tiefe ab. Sie sei zum jetzigen Zeitpunkt im Außenhafen rund vier Meter, da in zwei Stunden Ebbe sei. Sein Kollege Pascal van Emeple setzt ihm noch den Taucherhelm auf. Dann geht der 27-Jährige in einen Metallkorb und lässt sich vom Kranfahrer in das kalte Wasser des Außenhafens absetzen.

Nach nur kurzer Zeit hat er den Boden kontrolliert und die Einbuchtungen, in denen die Dalben gesetzt werden sollen. Mittlerweile haben sich Zuschauer eingefunden, die aber weitergehen müssen, weil der Kran den ersten Dalben hochhebt. Als dieser dann mit Hilfe von LKN-Mitarbeitern im Hafenbecken festgemacht ist, kommt schon der nächste Dalben. 22 Stück sind es insgesamt auf einer Breite von 9,40 Metern.

Ralf Pommerening hat immer einen Blick auf das Geschehen. Acht weitere Mitarbeiter vom LKN sind im Einsatz, hinzu kommen die drei Leute von der Taucherfirma und der Kranführer einer Firma aus Süderau. Der 42-Jährige erklärt, dass hinter den Dalben eine Plane gesetzt wird, stabilisiert wird sie mit Sandsäcken. Eine weitere Wand mit senkrecht gesetzten Rohrnadeln gibt die nächste Sicherheit dafür, dass die Wand dicht ist. „Und dann wird das Wasser herausgepumpt“, erklärt Pommerening. Was bleibt, sind Schlammreste – deshalb werden die Ingenieure auch in Gummistiefeln kommen.

Bereits im Juli wurde das kleine Sielwerk gleich nebenan in einem ähnlichen Prozedere trockengelegt. 35 000 Euro kostete dies, so teuer wird auch der jetzige Einsatz. Nur stellten sich beim kleinen Sielwerk Schäden dar. „Die Tore hatten Löcher und werden derzeit in Stand gesetzt“, sagt Pommerening. Diese Kosten belaufen sich auf 60 000 bis 70 000 Euro. Zurzeit wird das Sielwerk wegen der Sanierung mit einer „Schütztafel“ gesichert. Solche Schäden erwartet Pommerening beim großen Bauwerk nicht. „Ich hoffe, dass da nichts ist“, sagt er.

Wegen der Arbeiten auf dem Rethöveldeich ist dieser noch bis einschließlich Freitag für den Verkehr und auch für Fußgänger gesperrt.

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