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Polizei Brunsbüttel : Revierleiter mit Auslandserfahrung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der neue Chef von 90 Polizisten zwischen Meldorf und Horst: Ralf Kist (54) hat schon viele Aufgaben übernommen, bevor er jetzt nach Brunsbüttel kam.

Seinen Kollegen empfiehlt Ralf Kist den Blick über den Tellerrand der örtlichen Polizeistation. Der neue Chef des Polizeireviers Brunsbüttel weiß, wovon er spricht. Kist hat bei verschiedenen Aufgaben Erfahrung im Ausland gesammelt, zuletzt in Liberia.

Der Erste Polizeihauptkommissar ist einer von landesweit 40 Ordnungshütern, die einem so genannten Verwendungspool angehören. Auf diesem Weg war der 54-Jährige zuvor bereits im Kosovo, in Bosnien-Herzegowina und in Pakistan. Stets ging es um die Mitwirkung beim Aufbau von Polizeistrukturen. Jetzt ist er in Brunsbüttel angekommen, hat seit Jahresbeginn sein Büro an der Emil-von-Behring-Straße. Denn Ralf Kist tritt die Nachfolge von Manfred Wieck an, der am Donnerstag nach 20 Jahren an der Spitze des Reviers in den Ruhestand verabschiedet wird.

Der gebürtige Kieler Kist begann als 16-Jähriger bei der Polizei, wechselte mit 20 zum Autobahnrevier Scharbeutz, war später Sachbereichsleiter der Verkehrspolizeidirektion Schleswig-Holstein und kam 2009 an die Westküste. Dort wollte er Wurzeln schlagen – denn er hatte eine Kollegin aus der Marner Polizeistation geheiratet. Das klappte, Kist kam nach Glückstadt. Viele Wechsel mit vielen verschiedenen Aufgaben – das hat ihm intern den Ruf des Job-Hoppers eingetragen. Ralf Kist kann damit leben, er ist zufrieden damit, sich im breiten Spektrum der Polizeiarbeit Erfahrungen angeeignet zu haben. „Man lernt mal andere Arbeitsweisen kennen.“ Dies komme ihm letztlich auch bei der Leitung eines Reviers mit 90 Kollegen zugute, ist er überzeugt. Dies in einem Zuständigkeitsbereich in zwei Landkreisen, mit dem Nord-Ostsee-Kanal dazwischen, mit zwei Kernkraftwerken und dem landesweit größten Industriegebiet. „Das zusammen zu halten, ist eine Herausforderung.“ Einen vergleichbaren Revierzuschnitt gebe es im ganzen Land nicht. Eines steht für den 54-Jährigen dennoch fest: „Ich habe hier meine Wunschdienststelle gefunden.“

Den Brunsbüttelern bietet der Revierleiter offene Ohren an. Denn: Kontakt zur Bevölkerung sei ihm sehr wichtig. „Ich bin für die Menschen da“, betont Kist und verweist darauf, dass im Zuständigkeitsbereich seiner Dienststelle rund 90  000 Menschen leben – zwischen Meldorf im Norden und Horst im Süden, zwischen Friedrichskoog im Westen und Hochdonn im Osten. Ein großes Revier mit weniger Dienststellen und geplantem Personalabbau, das lasse gefühlt für manchen die Polizeipräsenz zurückgehen, weiß Kist. Er weiß aber auch, dass es ganz andere Reviere gibt mit ganz anderer Kriminalitätsrate als im ländlich geprägten Raum. Schließlich war er für anderthalb Jahre auch in Norderstedt tätig, einer Stadt mit 72  000 Einwohnern in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hamburg.

Um sich vor Ort umzusehen, möchte er nun auch mal eine Fußstreife in der Koogstraße begleiten. Dabei sieht sein Dienstalltag dies im Grunde gar nicht mehr vor. Besprechungen und Versammlungen bestimmen Kists Terminkalender. Aber auch das ist ihm wichtig, bietet sich dabei doch Gelegenheit, dass Kollegen sich untereinander besser kennen lernen. Was nicht schaden kann, wenn Besatzungen verschiedener Stationen einmal gemeinsam im Einsatz sein sollten.

Vater zweier kleiner Kinder als Leiter eines Reviers und Ehefrau – wenn auch nur halbtags – im Schichtdienst bei der Polizei. Wo bleibt da das Privatleben? Alles eine Frage der Organisation, weiß Ralf Kist. Natürlich, sagt er, „man muss schon jede Woche seine Dienstpläne nebeneinander auf den Tisch legen und gucken, wo sich was überschneidet“.

Das Familienleben sensibilisiere nebenher auch für den Beruf, glaubt er. Denn: „Personalführung ist ein bisschen wie Eltern sein.“ Das heißt, es geht nicht darum, einfach Dinge anzuordnen, sondern sich auch mit anderen und deren Erwartungen und Befindlichkeiten zu befassen.

Entspannung findet er beim Joggen und beim Lesen. Allerdings steht nicht Krimi-Lektüre auf seinem Zettel. Ralf Kist greift lieber zu politischen und historischen Büchern. Seine Berufswahl vor 39 Jahren hat er bis heute nicht bereut. „Ich bin dankbar, dass ich das alles machen durfte.“

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erstellt am 25.Feb.2015 | 05:00 Uhr

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