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Abfallentsorgung : Restmüll wird ab 2016 zu Brennstoff verarbeitet

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ab 2016 soll der Restmüll aus den Kreisen Dithmarschen und Steinburg in Glückstadt zu sogenanntem Ersatzbrennstoff aufbereitet werden. Das ist ökologischer und billiger. Nun wurden die Verträge unterzeichnet.

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erstellt am 28.Aug.2013 | 11:15 Uhr

Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Dithmarschen (AWD) und der Kreis Steinburg regeln ihre Restabfallentsorgung neu. Die Abfälle von der Westküste werden künftig nicht mehr in der Müllverbrennung landen. Von 2016 an soll der Restmüll zu sogenanntem Ersatzbrennstoff (EBS) aufbereitet werden. Das ist ein Brennstoff mit hohem Heizwert, der an Stelle fossiler Brennstoffe in einem modernen Kraft-Wärme-Kopplung-Kraftwerk verbrannt wird.

Mit der Glückstädter Firma EBS Concept haben die beiden Kreise einen Partner in der Region, der den Müll umweltfreundlicher als eine normale Müllverbrennungsanlage entsorgt. Weitere Vorteile: Die Entsorgung wird billiger, und die Entgelte für die Bürger werden damit voraussichtlich niedriger. Startschuss für die Kooperation ist der 1. Januar 2016. Ab dann gehen die Restabfälle aus beiden Kreisen – 21 000 Tonnen aus dem Kreis Steinburg und 26 000 Tonnen aus dem Kreis Dithmarschen im Jahr – nach Glückstadt an die EBS Concept GmbH zur Aufbereitung. Die erforderlichen Verträge wurden gestern im Steinburger Kreishaus vom Steinburger Landrat Torsten Wendt und dem AWD-Geschäftsführer Dirk Sopha unterzeichnet. Der Vertrag ist auf sieben Jahre angelegt plus drei Jahre Verlängerungsoption.

„Die Zusammenarbeit der beiden Kreise in Sachen Restmüll hat Tradition“, verwies Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant auf das kreisübergreifende Abfallbündnis, die Abfallentsorgung Unterelbe (AUE), das die drei Landkreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen 1998 gegründet haben. Aber das Bündnis wurde selbst entsorgt. Wenn der Vertrag mit dem Müllheizkraftwerk Tornesch-Ahrenlohe am 31. Dezember 2015 endet, gehen die Steinburger und Dithmarscher mit der EBS einen neuen Weg. Wendt: „Viele Menschen stellen ihre Abfalltonnen an die Straße, aber kaum einer verschwendet einen Gedanken daran, wo der Müll dann hinkommt. Ab 2016 haben wir Gewissheit, wohin der Restmüll geht: Zur energetischen Verwertung nach Glückstadt.“

Der Kreis Steinburg und die AWD schrieben die Restmüllentsorgung europaweit aus. Dabei legten sie großen Wert auf umweltbezogene Kriterien wie Transportwege, die CO2-Belastung und die Energie-Effizienz der Anlage. „EBS Concept erfüllt nicht nur diese Kriterien, sondern überzeugt durch das wirtschaftliche Angebot“, freut sich AWD-Geschäftsführer Dirk Sopha auf die Zusammenarbeit. Schön sei es auch, dass man einen Partner in der Region gefunden habe. „Für Steinburg ist das ein großer Vorteil, viele Fahrten können direkt abgewickelt werden.“ In Dithmarschen werde es zwar wie jetzt auch einen Umschlagplatz geben, mit einer Distanz von 16 Kilometern seien die Transportwege und damit der ökologische Aspekt gegeben.

Die Firma EBS Concept, die seit 2011 auf dem Steinbeis-Gelände in Glückstadt angesiedelt ist, sortiert Reststoffe, um daraus Ersatzbrennstoffe zu erzeugen. Die Brennstoffe werden anschließend direkt am Standort in dem hochmodernen Kraft-Wärme-Kopplung-Kraftwerk der Steinbeis Energie energetisch verwendet. Anders als bei normalen Müllverbrennungsanlagen geht dabei nicht so viel Energie verloren. Zum Vergleich: Die Energieeffizienz in dem Glückstädter Kraftwerk liege bei 90 Prozent, die von Müllverbrennungsanlagen bei nur 60 Prozent, so Sopha.

Auch bei Hans-Jürgen Spreen, Gechäftsführer der EBS, stößt die Kooperation auf viel Zuspruch: „Das war ein Heimspiel für uns.“ Es werde oft über Umweltfreundlichkeit geredet, aber dann doch der Preis in den Vordergrund gestellt. Hier aber passe beides zusammen. Und: „Es ist nicht nur Beseitigung von Müll, sondern eine Dienstleistung für die Industrie.“ Das Kraftwerk versorgt die Papiermaschinen der Firma Steinbeis. „Die kommunalen Reststoffe werden optimal regional verwertet und in einem hocheffizienten Kraftwerk für die Herstellung eines Produkts genutzt, das einen großen ökologischen und volkswirtschaftlichen Nutzen stiftet“, sind sich die Landräte einig.

Auch der Bürger hat etwas davon. Da man damit rechne, die Kosten für die Abfallbehandlung um 50 Prozent zu senken, sollen auch die Entgelte für den Verbraucher in Dithmarschen schrumpfen, so Sopha. „Auch wir gehen davon aus, dass sich die Abfallgebühren für die Steinburger Bürger positiv entwickeln werden“, so Dieter Pape, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft.

 

 

 

 

 

 

 

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