zur Navigation springen

Von New York nach Brunsbüttel : Restaurierung in Wewelsfleth: Die „Peking“ kommt am Montag nach Hause

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Viermastbark passiert am 31. Juli um 21.51 Uhr bei Hochwasser das Störsperrwerk bei Wewelsfleth.

shz.de von
erstellt am 24.07.2017 | 13:15 Uhr

Wewelsfleth | Alle Freunde maritimer Kulturschätze dürfen sich diesen Termin im Kalender dick anstreichen: Am kommenden Montag um genau 21.51 Uhr soll die Viermastbark „Peking“ das Störsperrwerk passieren. Diesen Terminplan nannte jetzt die Stiftung Hamburg Maritim. Das Schiff wird vom Brunsbütteler Elbehafen nach Wewelsfleth (Kreis Steinburg) geschleppt, wo sie von Grund auf restauriert werden soll.

Mit der Rückholaktion nimmt ein schon verloren geglaubter Kampf um ein Stück schwimmender Hamburger Hafengeschichte doch noch ein gutes Ende. Schon vor vier Jahren hatten Schifffahrtsfreunde aus der Hansestadt versucht, die historische Viermastbark von New York an die Elbe zurückzuholen, waren aber am fehlenden Geld gescheitert. Im November 2015 bahnte sich dann die Sensation an: Da wurde klar, die „Peking“ kommt zurück in die Heimat.

Für ihre Überfahrt von New York nach Deutschland wurde die Viermastbark von einem Dockschiff huckepack genommen und wird über den Atlantik und durch den Ärmelkanal zunächst nach Brunsbüttel transportiert. Die Überfahrt soll elf Tage dauern. Wenn alles planmäßig verläuft, wird das Ausschwimmen der „Peking“ aus dem Dockschiff am 31. Juli stattfinden. Zwei Schlepper sollen die Bark dann gleich anschließend in Richtung Wewelsfleth ziehen.

Das Dockschiff „Combi Dock III“ mit dem Museumsschiffs „Peking“ an Bord im Hafen von New York.

Das Dockschiff „Combi Dock III“ mit dem Museumsschiffs „Peking“ an Bord im Hafen von New York.

Foto: dpa
 

Dass die „Peking“ erst nach Einbruch der Dunkelheit am Zielort eintreffen wird, hängt mit der Wassertiefe zusammen. Das Störsperrwerk kann nur bei Hochwasser passiert werden. Für den Törn über Elbe und Stör hat die Stiftung Hamburg Maritim Begleitfahrten mit Schiffen der eigenen Flotte organisiert. Sie sollen die „Peking“ bis zum Sperrwerk begleiten und anschließend in ihre Heimathäfen zurückkehren.

Die Bark war 1911 bei Blohm und Voss für die Reederei F. Laeisz gebaut und als Frachtsegler in der Salpeterfahrt eingesetzt worden.1932 machte die „Peking“ ihre letzte Reise unter Segeln, wurde dann außer Dienst gestellt und zu einem stationären Internatsschiff umgebaut. Nach mehreren Stationen landete sie als Museumsschiff in New York.

Der Segler ist einer von vier noch existierenden Windjammern aus der Flotte der legendären „Flying P-Liner“ der Laeisz-Reederei: Die Passat liegt seit 1960 als Museumsschiff in Travemünde, die Pommern als Museumsschiff in Mariehamn (Finnland) und die ehemalige Padua fährt unter dem Namen Kruzenshtern als Segelschulschiff unter russischer Flagge.

Nach der Restaurierung in der Peters Werft soll die „Peking“ ab voraussichtlich 2020 als Museumsschiff des Deutschen Hafenmuseums begehbar sein. Der Liegeplatz steht noch nicht fest, angedacht sind aber die 50er Schuppen am Hansahafen gegenüber der Elbphilharmonie.

Für Überführung und Restaurierung wird mit rund 26 Millionen Euro kalkuliert. Den Zuschl

ag für die Instandsetzungsarbeiten hatte die Wewelsflether Peterswerft gegen namhafte Mitbewerber bekommen.

Weitere Infos: www.stiftung-hamburg-maritim.de

(mit dpa)

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen