zur Navigation springen

Resolution im Kreistag gegen überraschende Schul-Schließungen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2014 | 13:01 Uhr

Mit einem einstimmigen Votum stellte sich der Kreistag hinter die Resolution der SPD-Fraktion, Schulstandorte und die Nebenstellen für Grundschulen im ländlichen Raum „weitestgehend“ zu erhalten.

Vier Forderungen an Landesregierung und Landtag umfasst das Papier: Vorschriften zur Mindestgröße sollten geändert und flexibler gehandhabt werden. Sollen Standorte - insbesondere Nebenstellen - geschlossen werden, soll neben dem Schulleiter auch der Schulträger zustimmen. Um den Bestand kleinerer Grundschulen zu erhalten, sollen Lehrerstellen im ländlichen Raum erhöht werden. Eine Schließung soll mindestens ein Jahr vorher angekündigt werden.

Zur Begründung betonte SPD-Fraktionschef Klaus-Jürgen Esch mit Blick auf die Ereignisse in Schafstedt, „dass das jetzige Miteinander von Schulträger, Schulamt, Eltern und Schüler unzumutbar ist“. Zu einer großen Verunsicherung in der Region habe es geführt, die dort beabsichtigte Schließung drei Tage vor Ende des Schuljahres bekannt zu machen. Unabhängig vom Ablauf in Schafstedt müssten sich Eltern aller Schulstandorte darauf verlassen können, dass ihre Kinder mindestens ein Jahr dort zu Schule gehen können, wo sie angemeldet worden sind und nicht „von einem Tag auf den anderen ... die Schule nicht mehr genutzt wird“.

Durch so spontane Entscheidungen würden Eltern verunsichert. Und durch eine solche „Verängstigung“ würden die Schulen, die ohnehin vom demografischen Wandel bedroht sind, noch weiter zurückgehende Schülerzahlen verzeichnen. Hingegen sei „eine Verlässlichkeit für alle Beteiligten das höchste Gebot“.

Die Fraktion der Grünen verlangte sogar noch mehr als die Sozialdemokraten: Auch im städtischen Umfeld seien mehr Lehrerstellen notwendig, „weil sich dort ganz andere Probleme stellen“, betonte Kerstin Hansen. Außerdem seien zwei Jahre als Übergangsfrist notwendig, damit sich alle Beteiligten auf Schließungspläne einstellen könnten. Hansen versicherte, die Resolution insgesamt mitzutragen. Das versicherte auch Volker Nielsen, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Er bezeichnete es allerdings als „Fehler“, landesweit Schuleinzugsbereiche aufgegeben und die Wahl einer Schule gänzlich den Eltern überlassen zu haben. „Wir sind für deren Wiedereinführung, aber das gehört hier jetzt nicht her“, deutete er sein langfristiges politisches Ziel an. Dann würde der Wohnort wieder entscheidend dafür sein, in welche Schule Kinder zu gehen haben.

Auch die FDP-Fraktion unterstützt die Resolution, wie Oliver Kumbartzky für die Partei in der Debatte ankündigte. Er baute frühere und jetzige Bildungsminister in seinen Redebeitrag ein: „Bildungspolitik in Schleswig-Holstein war früher klug, dann kam die Wende, jetzt wird es ernst.“

Damit erinnerte er im Wortspiel sowohl an Ekkehard Klug (FDP), Wanda Wende (parteilos) und Britta Ernst (SPD).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen