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mehr asylbewerber : Renovieren für Flüchtlinge

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sie kommen vor allem aus Syrien: Itzehoe muss immer mehr Asylbewerber unterbringen.

Sie suchen ein besseres Leben, oder sie wollen einfach überleben: Immer mehr Asylbewerber kommen nach Itzehoe. Die Stadt reagiert und richtet Wohnungen am Kremper Weg her.

„Es kommen jede Woche welche dazu“, sagt Holger Pump, Leiter des Amtes für Bürgerdienste. „Syrien ist im Moment das Haupt-Herkunftsland.“ Zugewiesen werden sie über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge an den Kreis, der wiederum verteilt die Menschen weiter. Bislang habe die Kreisstadt davon profitiert, dass Glückstadt und das Amt Kellinghusen mehr Asylbewerber aufnahmen als vorgesehen, sagt Pump. „Wir sind im Moment, was die Quote angeht, deutlich im Hintertreffen. Wir kommen dem nach, was von uns erwartet wird.“ Der Kreis rechnet in diesem Jahr mit einer Zuweisung von rund 200 Menschen, auf Itzehoe entfallen davon rund 60.

Erste Anlaufstelle sind die Obdachlosenunterkünfte: 48 Menschen leben dort laut Pump, „im Moment sind wir bis auf eine Wohnung komplett belegt“. Sie werden gebraucht, um Asylbewerber aufzunehmen, bis für sie eine Wohnung gefunden ist. 140 leben derzeit insgesamt im Stadtgebiet. Familien mit Kindern würden möglichst nicht in den Obdachlosenunterkünften untergebracht, so der Amtsleiter.

Also wird mehr Platz gebraucht – geschaffen wird er in sieben schon länger leer stehenden städtischen Wohnungen in Gebäuden am Kremper Weg. Vorgesehen ist, sie „im Rahmen einfacher Unterhaltungsmaßnahmen vermietbar herzurichten“, so die Dringlichkeitsvorlage für die Ratsversammlung. Diese stimmte zu, für 67 700 Euro werden nun Räume gestrichen, Bäder und Küchen hergerichtet, Bodenbeläge erneuert und Türen und Fenster bei Bedarf repariert. 10 700 Euro davon werden vom Bund finanziert über die Asylbewerberleistungen.

Eine Alternative gibt es nicht, sagt Pump. Wohnraum, bei dem auch die Miete passt, ist knapp – erst recht, seit auch die Betroffenen der Explosion in der Schützenstraße untergebracht werden mussten. Für 2014 reichen die Wohnungen nach Pumps Worten, wenn die Zuweisungszahlen sich nicht ändern. Doch die Prognose ist klar: Die Asylbewerberzahlen steigen weiter.

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erstellt am 24.Mai.2014 | 07:00 Uhr

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